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Die Abgeltungsteuer im internationalen Vergleich

Die Versteuerung von Kapitalerträgen ist schwer zu kontrollieren. Dies ist der Hauptgrund, warum sich eine pauschalierte Quellenbesteuerung zunehmender Beliebtheit erfreut. Fast alle europäische Staaten erheben auf Kapitalerträge eine Steuer mit abgeltender Wirkung, die zumeist als Quellensteuer ausgestaltet ist. Häufig werden nur Zinsen und Dividenden erfasst. In einigen Staaten jedoch, darunter auch Deutschland, werden zusätzlich jedoch auch Wertsteigerungen des Kapitalvermögens erfaßt. Uneinheitlich ist die Berücksichtigung von Werbungskosten und Freigrenzen. Bei nichtansässigen Empfängern von Zinserträgen wird nur selten Kapitalertragsteuer erhoben. Auch sind die teilweise sehr unterschiedlich ausgestalteten Doppelbesteuerungsabkommen zu berücksichtigen, die zumeist keine Quellensteuern auf Zinserträge vorsehen. Durch die verschiedenen Konzepte, die in der Definition des Einkommensbegriffs begründet sind, ergeben sich international sehr unterschiedliche Steuerbelastungen auf Zinserträge. Mehrere europäische Staaten belassen Zinserträge privater Haushalte generell oder in bestimmten Fällen steuerfrei (z.B. Lettland und Zypern), während ansonsten der Steuersatz von 10 % bis 59 % reicht. Ein gänzlich anderes System verfolgt die Niederlande. Statt einer allgemeinen Einkommensteuer mit einem Einheitstarif auf die Gesamtheit aller Einkünfte wurde ein Schedulensteuersystem mit unterschiedlichen Tarifen für die einzelnen Einkunftsarten eingeführt. Dabei werden alle Kapitalerträge, darunter auch Zinsen, nicht mit ihrem wirklichen Ertrag, sondern mit einem fiktiven Ertrag von 4 % des Reinvermögens angesetzt und danach mit einem Proportionaltarif von 30 % besteuert. Der Hauptnachteil der ab 2009 in Deutschland einzuführenden Abgeltungsteuer ist die mit 25 % (zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer) relativ hohe Belastung. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im oberen Drittel. Nur Steuerpflichtige in Schweden, Finnland und Italien werden mit noch höheren Sätzen besteuert.
Jüngere EU-Staaten hingegen begnügen sich oft mit Steuersätzen unter 20 %, nicht zuletzt, um sich für Investoren als attraktiv zu gerieren. Da mit der Abgeltungsteuer in Deutschland nicht nur Kapitalerträge sondern auch Kursgewinne erfasst werden, ergeben sich auch insoweit Nachteile. Kursgewinne sind in Deutschland zukünftig immer steuerpflichtig, unabhängig davon, wie lange Aktien oder Fondsanteile im Bestand bleiben. Bei der Bestimmung der Höhe des Steuersatzes (25 %) diente Österreich als Vorbild für Deutschland. Von der Übernahme der in Österreich geltenden Steuerfreiheit von Kursgewinnen sah man jedoch ab. In Österreich sind Kursgewinne steuerfrei, wenn die Haltedauer mindestens ein Jahr beträgt. Zudem ist in Österreich mit der Pauschalsteuer auch die Erbschaftsteuer abgegolten, während in Deutschland diese zusätzliche zur Abgeltungsteuer fällig ist. Die schweizerische Kaptialertragsteuer wird als "Verrechnungssteuer" oder als "Zahlstellensteuer" bezeichnet. Diese Steuer ist nicht nur als Einkommensteuer konzipiert, sondern dient wegen der Höhe des Steuersatzes zudem als Vermögensteuer. Aufgrund des in der Schweiz geltenden Bankgeheimnisses ist die Verrechnungssteuer als Abgeltungsteuer ausgelegt. Die Geldinstitute führen 35 % der Kapitalerträge an den Staat ab. Nach zutreffender Deklarierung der Kapitalerträge und des Vermögens wird dieser Betrag erstattet. In Belgien und in den Niederlanden sind Kursgewinne generell von der Steuer befreit. In Luxemburg beträgt die Frist, nach der Kapitalerträge steuerfrei sind, lediglich sechs Monate. Zudem gibt es in Luxemburg einen hohen Freibetrag in Höhe von 50.000 € für Veräußerungsgewinne. Im übrigen gilt in Luxemburg eine 10%ige Abgeltungsteuer auf Zinserträge. Auch in Frankreich, das gemeinhin als Hochsteuerland gilt, existiert ein Freibetrag von 20.000 € für Kursgewinne. Nach Ablauf von acht Jahren sind Kursgewinne dort vollumfänglich steuerbefreit. Großbritannien verfolgt ein eigenes System. Die Steuerlast sinkt auf der Insel umso mehr, je länger Kapitalanlagen gehalten werden. Zudem sieht Großbritannien einen Freibetrag für Einkünfte aus Kapitalvermögen in Höhe von circa 6.800 € p.a. vor.
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