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"Sichere Geldanlage in Österreich - Jetzt abgeltungsteuerfrei"

Volksbanken in Österreich werben eifrig um Kapitalanleger aus Deutschland. Zweifelhaft ist indes, ob die augenzwinkernde Werbung aus der Alpenrepublik einer rechtlichen Prüfung standhält.


Tatsächlich steuerfrei?

  Zwar sind ausländische Banken nicht verpflichtet, ab 2009 die deutsche Abgeltungsteuer einzubehalten, falls das Institut Kapitalerträge an deutsche Staatsbürger auszahlt. Jedoch ist ein in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtiger Kapitalanleger nach wie vor auch ab dem Jahr 2009 verpflichtet, solche Kapitalerträge zu deklarieren, die aus ausländischen Quellen stammen. Handelt es sich bei diesen Kapitalerträgen um abgeltungsteuerpflichtige Einkünfte, so sind die Erträge mit pauschal 25 % (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) zu versteuern. Die Besteuerung erfolgt insoweit getrennt von den sonstigen Einkünften des Kapitalanlegers.  Zwischenergebnis: Eine Abgeltungsteuer für Kapitalerträge ist entgegen der vollmundigen Anpreisung sehr wohl zu entrichten, nur eben nicht an der Quelle, sondern im Rahmen der Steuerveranlagung.

EU-Zinssteuer nicht vergessen!

  Nachteilig für den Anleger ist zudem, dass österreichische Banken bei einigen Kapitalanlagen von erwirtschafteten Erträgen die sogenannte "EU-Zinssteuer" einbehalten. Die EU-Zinssteuer beträgt 15 % bis zum 30. Juni 2008, ab den 1. Juli 2008 20 % und ab dem 1. Juli 2009 schließlich 35 %. Zwar kann diese von ausländischen Instituten einbehaltene Steuer auf die Steuerschuld in Deutschland angerechnet werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kapitalerträge im Rahmen der Einkommensteuererklärung deklariert wurden.

Vergesslichkeit schützt vor Strafe nicht

  Schlaue Anleger, die darauf hoffen, ihr Gedächtnis werde sie schon im Stich lassen und die Kapitalerträge würden dann ihrer Vergesslichkeit anheim fallen, seien gewarnt: Im Jahr 2006 hat Österreich das Protokoll zu dem Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterzeichnet.



Das Übereinkommen legalisiert Kontenabfragen bei den Unterzeichnerstaaten. Wird in Deutschland ein Steuerstrafverfahren gegen einen Kapitalanleger eingeleitet, so ist ein Auskunftsersuchen an das Nachbarland statthaft. Die österreichischen Behörden sind nach dem Übereinkommen angehalten, den deutschen Behörden solche Konten zu benennen, bei denen der Delinquent als Kontoinhaber vermerkt ist. Auch das zwischen Österreich und Deutschland geschlossene Doppelbesteuerungsabkommen sieht eine große Auskunftsklausel vor. Mit Hilfe dieser Klausel können deutsche Finanzbehörden - anders als beispielsweise im Abkommen mit Luxemburg - mit umfassender Rechtshilfe durch die österreichischen Kollegen rechnen. Das ehemals sichere Bankgeheimnis in Österreich existiert allenfalls noch rudimentär.

Fazit: Bei Licht betrachtet sind "sichere" und "abgeltungsteuerfreie" Geldanlagen in Österreich weder sicher noch steuerfrei.

© Thomas M.R. Disqué
16.09.2008
www.abgeltungsteuer.de

 

 

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