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Produktstrategien für ein Abgeltungsteueroptimiertes Vermögensmanagement

Viele Banken, Berater und Produktanbieter „verkaufen" im wahrsten Sinne des Wortes derzeit die unterschiedlichsten Produkte als „die Beste" Möglichkeit, die Abgeltungsteuer zu umgehen oder zumindest zu optimieren. Anleger sollten hier kritisch sein. Es gibt aus meiner Sicht keine pauschale und ultimative Lösung als Antwort auf die Abgeltungsteuer.

Zur Steueroptimierung ist die Auswahl Ihrer Anlageinstrumente von entscheidender Bedeutung: Zunächst sollten Sie auf die konsequente Umsetzung Ihrer persönlichen Anlagestrategie achten, um Ihre langfristigen Anlageziele optimal erreichen zu können. Im zweiten Schritt rückt Ihre Steueroptimierung in den Focus. Generell sollten Sie im Zusammenhang mit der Abgeltungsteuer solide Werte oder besser Produkte mit langfristigem Potential noch vor 2009 in Ihr Depot legen um diese bei guter Performance lange zu halten. Nur wenn ab 2009 keine Umstrukturierung mehr notwendig ist, weil Ihre ausgewählten Anlagen eine stabile Wertentwicklung aufweisen, bleiben Ihre Kursgewinne von der Abgeltungsteuer verschont.

Ein kostengünstiges Fondskonzept als Konservierungsstrategie

Leider bestimmt in der Praxis der Steuerspartrieb in vielen Fällen die Produktauswahl und somit das Anlageverhalten von vielen Investoren. Aus diesem Grunde sind in den letzten Monaten vor allem Dachfonds wie Pilze aus dem Boden geschossen, als scheinbares Allheilmittel gegen die Abgeltungsteuer.

Vorteil Dach- oder Mischfonds

Die Idee dahinter ist der steuerliche Vorteil den diese Produkte seitens des Gesetzgebers bekommen haben und wohl auch behalten dürfen. Ein Dachfondsmanager kann auch in 2009 innerhalb seines Dachfonds die entsprechenden Zielfonds austauschen, ohne dass sofort die Abgeltungsteuer auf die Kursgewinne dieser Fonds anfällt. Zinsen und Dividenden werden als so genannte „ausschüttungsgleiche Erträge" von den Zielfonds selbst versteuert. Auf Dachfondsebene wird durch die nicht versteuerten Kursgewinne somit ein „Zinseszinseffekt" erzielt.

Nachteil Einzeldepot

Schichten Sie als Anleger Ihr Depot hingegen selbst um, so fällt bei allen ab 1.1.2009 gekauften Fonds beim späteren Verkauf die Abgeltungsteuer sofort an für entsprechende Kursgewinne.

Achten Sie auf die Produktkosten!

Insofern sind Dachfonds grundsätzlich aus meiner Sicht also eine geeignete Idee. Aber neben Ihren individuellen Zielen und Bedürfnissen und Ihren persönlichen Rendite-/Risikoüberlegungen, welche Sie unbedingt an erster Stelle platzieren sollten, müssen Sie vor allem auf die Kostenseite schauen. Gerade diese Kostenbelastungen sollten Sie gegenüber möglichen Steuervorteilen genauestens abwägen. Natürlich fallen für Dachfonds in der Regel auch weit höhere Kosten an, welche die Steuervorteile - vor allem bei durchschnittlichem oder schlechtem Fondsmanagement - komplett ad absurdum führen können. Kosten addieren sich vor allem langfristig zu einem erheblichen Belastungsfaktor für Ihre Rendite!

4 Tipps für Ihre Konservierungsstrategie über Investmentfonds

1. Vorhandenes Kapital möglichst bis zum 31.12.2008 anlegen

Wer bis Ende dieses Jahres investiert, genießt bei langfristiger Anlage noch Steuerfreiheit auf alle Kursgewinne.

2. Auf bewährte Qualität setzen

Wählen Sie ein verlässliches Basisinvestment, dem Sie auf lange Sicht vertrauen können.

3. Fondswechsel vermeiden durch breite Streuung

Durch eine gute Mischung von Anlageklassen und -regionen können Sie spätere Umschichtungen in Ihrem eigenen Depot reduzieren, bei denen steuerpflichtige Kursgewinne realisiert würden.

4. Zinseszinseffekt durch Thesaurierung nutzen

Bei thesaurierenden Fonds verbleiben die im Geschäftsjahr erwirtschafteten Erträge dauerhaft im Fondsvermögen und erhöhen so kontinuierlich den Anteilswert.

Produktstrategien für ein Abgeltungsteueroptimiertes Vermögensmanagement

Alternative zum Dachfonds – Stellen Sie sich Ihr Portfolio unter einem Dach selbst zusammen

Alternativ können Sie sich auch Ihr Fondsdepot selbst zusammenstellen und dabei breit aufgestellte Fonds wählen, die entsprechend dem „Portfolio-Management-Gedanken" konstruiert sind, nämlich verschiedene Assetklassen mischen um ein stabiles Portfolio zu erhalten. Häufiges Umschichten ist dann gar nicht nötig.

Eine Möglichkeit für Ihre persönliche Abgeltungsteuer-Konservierung

Franklin Templeton Investments hat beispielsweise einen Fonds auf dieser Basis aufgelegt, man könnte sagen: „einen Dachfonds ohne Dach". Der Clou dabei. Der Fonds bildet die Strategien dreier seit langem erfolgreicher Templeton Fonds ab, kauft diese Fonds aber nicht direkt als Zielfonds. Daher fallen auf Ebene des Fondsmanagements des „Marathonfonds" wie diese Strategie von Templeton genannt wird natürlich Kosten an, aber im Gegensatz zu Dachfonds, erhöhen sich diese nicht durch die Kostenbelastung auf Ebene der Zielfonds. Diese meist unnötige doppelstöckige Kostenbelastung vermeiden Sie also dadurch.

Statten Sie Ihr Depot mit ETFs aus

Für mich sind die optimalsten Anlageprodukte jedoch Indexfonds oder besser gesagt die so genannten Exchange Traded Funds (ETFs). ETFs sind an der Börse gehandelte Fonds. Es gibt sie mittlerweile auf alle großen europäischen, amerikanischen und japanischen Aktienindizes. Sie können aber auch Indexfonds auf Renten- oder Rohstoff-Indizes erwerben. Index-ETFs bilden den Index einfach 1 zu 1 ab und versuchen somit nicht, den Markt zu schlagen. Klare Vorteile gegenüber Indexzertifikaten. Mit ETFS genießen sie große Kostenvorteile. Denn Indexfonds verlangen keinen Ausgabeaufschlag. Und mit durchschnittlich 0,34% haben Sie nur äußerst geringe Verwaltungskosten. Anders als bei Zertifikaten ist Ihr in ETFs investiertes Kapital als Sondervermögen vor einer Insolvenz geschützt. Außerdem profitieren ETFs immer in vollem Umfang von den Dividenden- und Zinsausschüttungen des Basiswertes. ETFs auf einen Performance-Index sind thesaurierend, die Dividenden werden also reinvestiert und bringen Ihnen als Anleger einen Steueraufschub. Bei ETFs auf einen Kursindex werden die Dividenden hingegen ausgeschüttet und sofort versteuert. Mit ETFs können Sie ohne Probleme die Altbestandsregelung zur Abgeltungsteuer nutzen. Das bedeutet: Bei einem Kauf vor dem 01.01.2009 bleiben die Kursgewinne und teilweise sogar die Ausschüttungen nach derzeitigem Stand komplett steuerfrei. ETFs sind damit aus meiner Sicht das ideale Instrument für Ihre Anti-Abgeltungsteuer-Strategie.

Steueroptimierung mit Swap-ETFs

ETFs auf Swap-Basis sind ein – noch – bestehendes Steuerschlupfloch, mit dem Sie von der Altbestandsregelung ideal profitieren können. „Normale" ETFs sind – wie auch normale Fonds – ab 2009 der Abgeltungsteuer unterworfen. Anders bei swap-basierten ETFs: Hier wird die Performance des unterliegenden Index von einem SWAP-Partner garantiert. Dieser „tauscht" (= engl.: to swap) die Performance des Index gegen die Performance eines Portfolios, welches übrigens nicht immer den Index 1 zu 1 nachbildet. Aufgrund der Zwischenschaltung des SWAP-Partners fließen die Erlöse nicht mehr aus Dividenden, sondern aus Kursgewinnen der Finanztermingeschäfte zu. Kursgewinne sind außerordentliche Erträge und unterliegen somit nicht der Abgeltungsteuer. Damit bezahlen Sie als Anleger bei einem Kauf vor dem 01.01.2009 auch in Zukunft keine Steuern auf die Dividendenausschüttungen der Unternehmen im Index. Erwerben Sie vor 2009 einen thesaurierenden Aktien-ETF auf Swap-Basis, kann der Fonds nach einem Jahr komplett steuerfrei verkauft werden.

© Markus Miller

Markus Miller ist diplomierter Vermögensmanager und Autor der Bücher "Geopolitische Vermögenssteuerung", sowie "Abgeltungsteuer - NEIN DANKE!". Der renommierte Experte und Berater für Private Banking Dienstleistungen ist Gründer des Internetportals www.geopolitical.biz, Chefredakteur von „Kapital & Steuern vertraulich", sowie Herausgeber mehrerer Fachpublikationen. Markus Miller koordiniert ein Internationales Netzwerk von Banken, Discountbrokern, Versicherungen, Anwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Treuhändern!

 

 

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