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Abgeltungsteuer: Der Reiz von Unterkonten

First in – first out: Dieses Prinzip beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren war steuerlich für den Anleger bislang günstig. Unter der Abgeltungsteuer hat die Regel aber Nachteile. Die Lösung: Subdepots.

Um den Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer auf Dauer zu sichern, brauchen Anleger nicht unbedingt ihren Bestand von Silvester 2008 auf einem separaten Depot oder einem anderen Institut anlegen. Nach einem internen Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die Banken werden auch Unterdepots zu einem Hauptkonto als getrennte Verbindung angesehen (Az.: IV C 1 - S 2000/07/0009). Hierüber können Anleger ab 2009 ganz gezielt und ohne höhere Gebühren auswählen, welche Papiere sie verkaufen möchten.

Hintergrund der Anfrage der Kreditinstitute ist folgender: Wertpapiere werden im Depot nicht nach Kaufdatum markiert. Erfolgen Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers nun in mehreren Etappen, ist die Haltezeit also zunächst unklar.

In der Praxis wenden Banken nun das "First in - first out" -Verfahren (FiFo) an. Laufen Börsengeschäfte nur über ein Depot, gelten nach der gesetzlichen Vorgabe die Wertpapiere als zuerst verkauft, welche die längste Haltedauer ausweisen.

Der Bestandsschutz

Das ist dann für den Anleger automatisch sinnvoll, wenn zum Verkaufszeitpunkt der Kauf teilweise über, teilweise unter ein Jahr zurückliegt. Damit wandern automatisch die Titel vorab aus dem Depot, die bereits aus der einjährigen Spekulationsfrist hinaus sind. Bei Kursgewinnen ist das FiFo-Verfahren bislang von Vorteil, weil das auch die steueroptimale Auswahl wäre.

Was sich hier bei Gewinnen positiv auswirkt, kann unter der Abgeltungsteuer nachteilig sein. Der Bestandsschutz auf realisierte Kursgewinne greift nur, wenn Wertpapiere vor 2009 geordert werden. Dann bleibt der Verkauf ab 2010 steuerfrei. Sofern aber nach dem Jahreswechsel 2009 die gleichen Titel nachgekauft werden, unterliegt der anschließende Veräußerungserlös unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer. Verkauft nun der Anleger nach dem Jahreswechsel einen Teil des Bestands, fliegen nun laut FiFo die vor 2009 erworbenen Wertpapiere zuerst aus dem Depot. Dies galt vor Einführung der Abgeltungsteuer als steuerminimierende Lösung.

Abgeltungsteuer: Der Reiz von Unterkonten

Es gibt aber Konstellationen, bei denen es sich künftig lohnen kann, die zuletzt erworbenen Wertpapiere zuerst zu verkaufen: Wenn die Kurse gefallen sind, ist der Verkauf der "jüngsten" Papiere sinnvoll, um die Verluste verrechnen zu können. Aber auch bei Kursgewinnen kann es sinnvoll sein, zuletzt gekaufte Papiere früher zu verkaufen. In einem Depot ohne Unterkonten kann der Anleger darüber nicht entscheiden.

Werden die Käufe vor und ab Neujahr hingegen strikt auf getrennten Depots oder bankintern auf verschiedenen Unterkonten zu einem Depot verwahrt, kann der Sparer im Verlustfall jedoch zuerst die neuen Wertpapiere veräußern. Die zählen dann steuerlich als negative Kapitaleinnahmen und mindern die Abgeltungsteuer auf Zinsen oder Dividenden. Diese Verrechnung ist hingegen beim Altbestand nicht möglich.

Sind etwa die Titel mit Bestandsschutz damals extrem preiswert eingekauft worden, bieten sich die neuen Werte mit höheren Anschaffungskosten an. Dann fällt der steuerlich realisierte Gewinn gering aus oder überhaupt nicht an. Steigen die Kurse anschließend weiter, kann der Altbestand immer noch steuerfrei mit hohem Bruttoerlös abgestoßen werden.

Aus der FTD vom 06.08.2008
© 2008 Financial Times Deutschland

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