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Die Abgeltungsteuer zum Jahresende

Seit dem 1. Januar 2009 werden sämtliche Überschüsse als Teil der Kapitaleinkünfte erfasst, die mit der Veräußerung solcher privater Kapitalanlagen einhergehen, bei welchen die laufenden Erträge Abgeltungseinkünfte gemäss § 20 Abs. 1 EStG darstellen (§ 20 Abs. 2 EStG). Dazu zählen insbesondere Überschüsse aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften (§ 20 Abs. 2 Nr. 1 EStG), Überschüsse im Zusammenhang mit Termingeschäften (§ 20 Abs. 2 Nr. 3 EStG) und Überschüsse aus der Veräußerung von sonstigen Kapitalforderungen jedweder Art (§ 20 Abs. 2 Nr. 7 EStG).
Bei der Veräußerung solcher privater Kapitalanlagen können realisierte Verluste mit sämtlichen laufenden Erträgen nach § 20 Abs. 1 EStG verrechnet werden. Eine wichtige Ausnahme gilt aber für Verluste aus der Veräußerung von Aktien, sofern es sich hierbei nicht um sogenannte Altfälle handelt. Altfälle liegen bei einer Anschaffung von Aktien vor dem Jahre 2009 vor.

Vorteilhaft kann sein, verlustreiche Aktieninvestments aufzulösen, die Verluste zu realisieren und diese mit laufenden Erträgen aus Kapitalvermögen zu verrechnen. Überschüsse bzw. realisierte Verlust werden zunächst von dem depotführenden Geldinstitut innerhalb des sogenannten Verlustverrechnungstopfes verrechnet. Dies geschieht damit - zumindest vorläufig - außerhalb eines einkommensteuerlichen Veranlagungsverfahrens.

Dies ist um so attraktiver, als der bei der Auflösung des verlustreichen Aktieninvestments erzielte Veräußerungserlös schon kurz darauf in einen neuerlichen Erwerb der kurz zuvor veräußerten Wertpapiere investiert werden darf. So hat jüngst das höchste deutsche Steuergericht entschieden, dass die Veräußerung von Wertpapieren und die anschließende Wiederanschaffung gleichartiger Wertpapiere zu unterschiedlichen Ankaufs- und Verkaufspreisen keinen Gestaltungsmissbrauch im Sinne des § 42 Abgabenordnung darstelle (BFH, Urteil vom 25.08.2009, IX R 60/07).

Die Abgeltungsteuer zum Jahresende

Unterhält der Kapitalanleger Konten bei mehreren Geldinstituten, so erfolgt die zuvor dargestellte Verrechnung von Überschüssen bzw. die Berücksichtigung von Verlusten im Zusammenhang mit § 20 Absätzen 1 und 2 EStG zunächst innerhalb der von den Geldinstituten für den jeweiligen Kunden geführten sogenannten Verlustverrechnungstöpfe. Soweit der Steuerpflichtige nur bei einem Geldinstitut ein Depot unterhält, findet das Verrechnungsverfahren innerhalb seines Verlustverrechnungstopfes bei dieser Bank statt. Ein zusätzliches Veranlagungsverfahren zum Zwecke der Verlustverrechnung ist bei Einbankverbindungen sonach nicht von Nöten.
Existieren hingegen mehrere Bankverbindungen, so ist seit Einführung der Abgeltungsteuer zum Jahresultimo immer zu prüfen, ob ein bestückter Verlustverrechnungstopf bei dem Geldinstitut A, der jedoch nicht durch Verrechnung auf der Ebene der Bank A nutzbar ist, eventuell abgerufen und mit positiven Erträgen bei der Bank B zu verrechnen ist. Der Verlustabruf wahrt dem Kapitalanleger die Chance, entstandene Verluste schon im laufenden Jahr zu verwerten und die Berücksichtigung erst im Veranlagungsverfahren zu vermeiden.
Da Aktienveräußerungsverluste seit Januar 2009 nur noch mit Überschüssen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden können, ist zu überlegen, ob beim Geldinstitut nur der Aktienverlusttopf, nicht aber zugleich auch der allgemeine Verlustverrechnungstopf abgerufen werden sollte.

© Thomas M.R. Disqué
21.12.2009
www.abgeltungsteuer.de
 

 

 

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