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Währungen in Zeiten relativer Schwäche

Das wirtschaftliche Umfeld bleibt durch die zyklischen und strukturellen Schwächen der Industrieländer und die damit zusammenhängenden Politikreaktionen geprägt. Die großzügige Liquiditätsversorgung durch die Geldpolitik wird länger anhalten, weitere quantitative Maßnahmen der Fed werden diskutiert. Die Wechselkursbewegungen von USD, JPY, EUR und GBP bleiben in den kommenden Wochen daher eher von den relati­ven Schwächen als von relativer Stärke getrieben.
Die Unsicherheiten in Bezug auf die Robustheit der Konjunkturerholung haben sowohl in den USA als auch in der Eurozone in den letzten Wochen zugenommen, In Europa belastet die Tatsache, dass die unmittelbaren Krisenmomente zwar überwunden werden konnten, die Nachwirkungen aber noch längere Zelt anhalten werden. Die an die Hilfsprogramme für Griechenland geknüpften Auszahlungsbedingungen, die in Dreimonatsabständen überprüft werden, dürften immer wieder für Unsicherheit an den Finanzmärkten sorgen. Während in diesem Jahr die Refinanzierungen in den meisten Ländern der Eurozone gut bewältigt werden sollten, könnte im kommenden Jahr erneut Unruhe entstehen. Die anhaltend hohen Risikoprämien, die in den Renditeaufschlägen von Anleihen der Peripherie reflektiert sind, deuten darauf hin, dass die Marktteilnehmer vorsichtig bleiben. Der Vertrauensschaden, der durch die Krise verursacht wurde, dürfte nicht auf die Schnelle zu beheben sein und Zeit zur Heilung benötigen. Zweifel in Bezug auf die Stabilität des EUR können daher jederzeit wieder in den Vordergrund treten und den EURO belasten. Auch werden auf den Währungsmärkten die Aktionen der EZB genau beobachtet, die den Einsatz von den Kriseninstrumenten zwar verringern möchte, dem Geldmarkt zunächst aber weiter ausreichend Liquidität zur Verfügung stellt. Die ausgeprägten Divergenzen von Kernländern und Peripherie bleiben eine Herausforderung. Aber auch der USD hat seine Belastungsmomente. Die schwachen Konjunkturdaten haben das Risiko eines „double dlp" deutlich erhöht, die Renditen für US-Staatsanleihen sind weiter gefallen und Diskussionen über weitere Lockerungsmaßnahmen („Quantitative Easing") haben zugenommen. Auch wenn davon auszugehen ist, dass ein erneuter Rückfall in eine Rezession vermieden werden kann, dürfte der Markt zunächst weiter auf die Schwachpunkte der US-Wirtschaft fokussiert bleiben. Der schwache US-Immobilienmarkt, die Schuldenreduktion durch die Konsumenten sowie die Frage der Finanzierbarkeit der Zwillingsdefizite stellen auf absehbare Zelt Belastungsfaktoren dar. In diesem Umfeld und ohne Auftreten eines Krisenereignisses (von dem der USD als „sicherer Hafen" profitieren würde) wird von einem schwächeren USD ausgegangen. Auf Sicht von zwölf Monaten wird ein EUR/USD von 1,35 erwartet.

Währungen in Zeiten relativer Schwäche

Die relative Bewertung der Belastungsfaktoren bestimmt auch die Wechselkursentwicklung des Yen. Die strukturellen Schwächen der japanischen Wirtschaft – schwaches Potenzialwachstum, Deflation, alternde Bevölkerung, hohe Staatsverschuldung – bleiben auf absehbare Zelt erhalten. Da die Staatsschuld Japans aber fast ausschließlich von Inländern gehalten wird und Japan über einen Leistungsbilanzüberschuss verfügt, werden diese Probleme in Bezug auf die Währung weniger gewichtet. Der JPY wertete in den vergangenen Monaten gegenüber dem USD stetig auf und hat beim Niveau von 84 bis 85 Yen, das auch 1995 schon einmal erreicht worden war, eine Pause eingelegt. Erwartungen, dass weitere Währungsinterventionen vorgenommen werden könnten, haben zugenommen. Technisch gesehen ist der Yen zudem überkauft und scheint anfällig für eine Gegenbewegung. Auf Sicht von zwölf Monaten wird ein schwächerer Yen erwartet.
Die erwarteten niedrigeren Potenzialwachstumsraten in den Industrieländern bei zunehmenden globalen Wachstumsbeiträgen aus den Emerging Markets sprechen für Emerging-Markets-Währungen. Sie werden gestützt durch Zuflüsse von Investitionsmitteln in diese Märkte. Global ausgerichtete Investoren wollen an den Wachstumsmöglichkeiten in diesen Ländern teilhaben und von den höheren Renditeniveaus profitieren. Währungsaufwertungen werden von einer Reihe von Ländern als ein Instrument gesehen, den Inflationsdruck zu mildern und gegen mögliche Überhitzungstendenzen vorzugehen. Es ist daher von weiterem Aufwertungspotenzial vor allem asiatischer Währungen auszugehen.

18.10.2010

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