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Zertifikate

Kurzläufer bringen mehr

Mit Einführung der Abgeltungsteuer im vergangenen Jahr sind Zertifikate mit kurzer Laufzeit oder geringer Restlaufzeit in den Fokus der Anleger gerückt. Denn steuerlich gesehen weisen sie gegenüber Wertpapieren mit längeren Laufzeiten durch die Abschaffung der Spekulationsfrist keinerlei Nachteile mehr auf. Unter den Kurzläufern stechen zwei Zertifikatetypen besonders hervor: Discountpapiere und Bonuszertifikate.
Zertifikate mit kurzer Laufzeit sind in den Fokus der Anleger gerückt. Für den Performancevergleich sind die jährlichen Renditewerte relevant. Je kürzer die Restlaufzeit eines Discount- oder Bonuszertifikats, desto höhere jährliche Renditen sind mit diesen Produkten möglich. Ein Beispiel: Wer über ein Onlineportal ein Discountzertifikat auf den Dax mit einer Restlaufzeit von rund zwölf Monaten und einem Cap von 100 Prozent sucht, stößt auf ein Papier von Goldman Sachs (ISIN DE000GS2L006) mit einem Cap bei 6100 Punkten, das am 30. Juni 2011 fällig wird und eine maximale jährliche Rendite von 11,7 Prozent erzielt. Ein Dax-Discounter der Citigroup allerdings (DE000CG1MJC9) mit gleichem Cap und Fälligkeit am 17. September 2010 verspricht derzeit eine maximale jährliche Rendite von 18,3 Prozent.
Ähnliche Performancedifferenzen lassen sich auch bei ausgesuchten Bonuszertifikaten finden. Ein klassisches Bonuspapier der Citigroup auf den Euro Stoxx 50 (DE000CG4SAE5) mit einem Sicherheitspuffer von 25 Prozent und einer einjährigen Restlaufzeit verspricht eine Renditechance von jährlich rund 8,8 Prozent. Ein Bonuszertifikat von BNP Paribas (DE000BN4D2W8) mit gleichem Basiswert und gleichem Sicherheitspuffer erzielt bei einer dreimonatigen Restlaufzeit hingegen rund 27 Prozent pro Jahr. Der aktuelle Markttrend spielt bei der Erfolgsformel kurze Laufzeit gleich hohe Renditen keine entscheidende Rolle. Anleger können die Vorteile von Kurzläufern permanent für sich nutzen. "Der Grund für die attraktiven Renditen kurzlaufender Zertifikate ist die Wertentwicklung der bei den Papieren hinterlegten Optionsstrukturen", sagt Derivateexperte Sebastian Gertler vom Fachblatt "Der Zertifikateberater". Der Zeitwert (Differenz zwischen Kurs und dem inneren Wert der Option) der in Discountzertifikaten enthaltenden Short-Call-Option baut sich ab, je näher der Fälligkeitstag rückt. Folge: Der Discounter wird teurer. Das geschieht aber nicht linear, sondern erst kurz vor Fälligkeit, sodass Anleger mit kurzlaufenden Papieren hohe Einstiegsrabatte erzielen können, erläutert Gertler. Bezogen auf die kürzere Restlaufzeit ergeben sich dann automatisch aufs Jahr gerechnet höhere Renditen als bei Papieren mit langen Restlaufzeiten.
Bei Bonuszertifikaten sind es die enthaltenen Down-and-out-Put-Optionen, welche die jährlichen Renditen in den letzten Monaten vor Fälligkeit in die Höhe schrauben. Die Option sichert die Bonuszahlung zum Laufzeitende, solange die Barriere zu keinem Zeitpunkt vom Basiswert berührt wird. Ist das der Fall und die Barriere bleibt unverletzt, nähert sich der Preis des Produkts in der Regel erst zum Laufzeitende dem Bonuslevel an. Vorher können Anleger, insbesondere bei Bonuspapieren mit kleineren Puffern, den Renditevorsprung von Kurzläufern für sich nutzen, so Gertler weiter.

Kurzläufer bringen mehr

Vom Zertifikateberater gemeinsam mit finanztreff.de veröffentlichte Best-Bonus- und Best-Discount-Studien belegen die hohen Renditechancen von Kurzläufern. Zwischen März 2009 und Februar 2010 wurde rund 150.000-mal das beste Discount- und 20.000-mal das beste Bonuszertifikat am Markt ermittelt und in unterschiedlichen Laufzeit- und Risikostufen für bis zu 20 Basiswerte analysiert. Durchschnittlich lieferten Discountpapiere auf den Dax mit einem Cap zwischen 90 und 100 Prozent und einer Restlaufzeit von drei bis sechs Monaten eine jährliche Rendite von rund 23 Prozent. Bei einer Restlaufzeit von 12 bis 18 Monaten waren es bei gleichem Cap-Abstand nur 12,5 Prozent.
Deutliche Performance-Unterschiede förderten die Studien auch bei Bonuszertifikaten auf den Euro Stoxx 50, die über Sicherheitspuffer zwischen 20 und 30 Prozent verfügen, zutage. Bei einer Restlaufzeit von sechs bis zwölf Monaten standen rund 62 Prozent Rendite einem jährlichen Ertrag von 27 Prozent bei Papieren mit 24 bis 36 Monaten Restlaufzeit gegenüber.
Ohne eigenes Zutun lassen sich die hohen Renditechancen allerdings nicht nutzen. So können sich Anleger, die auf Kurzläufer setzen, nicht etwa auf die faule Haut legen. Je kurzfristiger sie anlegen, desto häufiger müssen sie ihr Kapital reinvestieren. Damit ist auch klar, dass durch häufiges Umschichten höhere Kosten für Transaktionen oder Aufgelder entstehen. Teure Aufschläge können sich Anleger jedoch ersparen, indem sie die Produkte am Sekundärmarkt kaufen. Das Angebot ist ausreichend genug. So werden an den beiden großen Börsen Euwax und Scoach zurzeit rund 120.000 Discountzertifikate und etwa 70.000 Bonuspapiere gehandelt.

Von Gian Hessami
16.06.2010
© 2010 Financial Times Deutschland 

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