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Zertifikate

Investment am Rande der WM

Vor der anstehenden Fußball-WM in Südafrika hält sich die Zertifikatebranche zwar mit Neuheiten zurück. Allerdings sind eine Reihe von Papieren am Markt, bei denen Anleger mit dem rollenden Ball gewinnen können.
Die Nervosität steigt: In 66 Tagen reist die deutsche Nationalelf mit Titelambitionen im Gepäck zur Fußball-WM nach Südafrika. Auch die Fans fiebern dem 11. Juni gespannt entgegen, wenn 32 Mannschaften auf dem Rasen um den Sieg kämpfen.
Aber nicht nur bei den Fußballfans ist das WM-Fieber ausgebrochen, auch Anleger werden von derartigen Großereignissen angezogen. Bereits seit Jahren bieten verschiedene Banken - mit unterschiedlichem Erfolg - Produkte auf Sportveranstaltungen an. Vor fünf Jahren brachte die WestLB das "South Africa 2010"-Zertifikat auf den Markt. In das Produkt packte die Bank Aktien von Unternehmen, die von dem Ereignis profitieren können. Um damit jetzt noch auf die aktuelle WM zu setzen, ist es aber zu spät. Die Laufzeit des Baskets endet mit dem Event.
"Wir verfolgen schwerpunktmäßig einen Infrastrukturgedanken", erklärt Zertifikate-Experte Frank Haak von der WestLB. Geht es nach Haak, sollten Anleger bereits die WM 2014 in Brasilien ins Auge fassen. Auch dafür hat die Bank ein Produkt am Start: das "2014 Active Basket"-Zertifikat. Der Tracker basiert auf einem Korb von elf brasilianischen Firmen. Mit dem Papier können Anleger zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn zwei Jahre nach dem Fußballereignis finden dort auch die Olympischen Spiele statt. "Die Investitionen rund um die beiden Großereignisse werden allmählich massiv anlaufen", erklärt WestLB-Mann Haak.Buchmacher auf dem Börsenparkett
Doch zurück zum anstehenden Turnier. Hatten Anleger 2006 noch die Qual der Wahl, mit welchem Produkt sie auf die WM setzen wollten, haben die Emittenten derzeit kaum was im Köcher. "Fußballzertifikate sind bei uns kein Thema mehr", erklärt ein Postbank -Sprecher. In das gleiche Horn bläst die DZ Bank: "Nach aktuellem Stand werden keine speziellen WM-Produkte von uns emittiert", heißt es auf Anfrage.
Am direktesten lässt sich mit Sportzertifikaten auf das Ringen um den Titel setzen. Schon bald werden diese Produkte von der Berliner Börse Tradegate angeboten. Die Zertifikate zielen auf den Ausgang der Spiele ab. Liegt man richtig, gibt es einen vorab fixierten Betrag ausbezahlt, tippt man daneben, endet das Investment mit einem Totalverlust. Sportzertifikate eignen sich aber nicht zur Geldanlage, sondern ausschließlich zum Zocken, denn ein Kauf gleicht dem Gang ins Wettbüro.
Eine der zielbewusstesten Investments ist eine Anlage in die Sportartikelhersteller. Denn diese Branche erhofft sich einen Schub, allen voran Adidas, das zwölf Teams und damit doppelt so viele wie 2006 am Start hat. Mehr als 1,3 Mrd. Euro planen die Herzogenauracher mit den Verkäufen rund um den Fußball einzunehmen.

Investment am Rande der WM

Mit Hilfe des Großereignisses möchte das Unternehmen auch konzernweit wieder durchstarten. Nach dem Krisenjahr 2009 sollen im laufenden Jahr Umsatz und Gewinn wieder zulegen.

Mit was Puma und Nike planen
Mutige Anleger können mit Hebel auf den Erfolg setzen. Die DZ Bank  bietet ein Sprintzertifikat auf Adidas an, das Kursgewinne oberhalb von 37 Euro verdoppelt. Allerdings ist bei 46 Euro ein Cap eingezogen, so dass die maximale Gewinnchance auf 41 Prozent begrenzt ist. Deutlich gemütlicher geht es bei dem Bonus-Papier der Commerzbank  zu. Das Zertifikat stellt eine Seitwärtsrendite von 11,6 Prozent in Aussicht. Sollte Adidas aber tatsächlich durchstarten, sind Inhaber eins zu eins nach oben dabei - und das unbegrenzt.
Auch Lokalrivale Puma  möchte sich einen Teil von dem Kuchen abschneiden. Allerdings ist die Nummer drei im Fußballgeschäft etwas zurückhaltender bei der Umsatzplanung für 2010. Sollte die Aktie aber in den kommenden Monaten zumindest in ihrer mittelfristigen Tradingrange zwischen 200 und 240 Euro bleiben, wirft das Discountzertifikat von HSBC Trinkaus eine Verzinsung von knapp acht Prozent p. a. ab.
Ein Blick auf den Chart verrät, dass bei Nike  die Anleger bereits auf den Euphoriezug aufgesprungen sind. Operativ musste aber der Branchenprimus zuletzt Rückgänge einstecken. "Mit der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft und dem jüngsten Aufschwung in den USA sollte sich dies aber ändern", glaubt Goldman Sachs -Analystin Michelle Tan. Ihr Kursziel bei 78 $ liegt 13 Prozent über dem aktuellen Niveau. An einer breiten Auswahl von Produkten auf den US-Titel fehlt es hierzulande jedoch. Risikoerprobte Anleger können einen Blick auf den Mini-Future der RBS werfen. Dem Hebel von 1,8 steht ein komfortabler Puffer zum Knock-out von 49 Prozent entgegen.

Von Christian Ingerl
05.04.2010
© 2010 Financial Times Deutschland

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