abgeltungsteuer.de Das Portal zur Abgeltungsteuer
Zertifikate

Keine Torgarantie für Anleger

Wenn am kommenden Freitag in Kapstadt die Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ausgelost werden, dürften auch die letzten Zweifler verstummen. Immer wieder war in den vergangenen Jahren die Rede davon, das Land könne das sportliche Großereignis nicht stemmen. Sogar eine Wiederholung des Sommermärchens von 2006, also eine erneute Austragung der WM in Deutschland, stand zwischenzeitlich zur Debatte.
Auch an der Leitbörse in Johannesburg schien zwischenzeitlich der Glaube an die Fußball-WM im eigenen Land verloren gegangen zu sein. 2008 stürzte der Leitindex FTSE JSE Top 40 nach einem jahrelangen Höhenflug um knapp die Hälfte ab. Doch der Ausverkauf hatte weniger mit der Angst vor einer möglichen Absage der Heim-WM zu tun, als vielmehr mit der Finanzkrise, in deren Folge auch die Börsen in den Schwellenländern massiv einbrachen. Angesichts des Ressourcenreichtums Südafrikas tat der Verfall der Rohstoffpreise sein Übriges dazu. Die Turbulenzen trafen auch das Devisengeschäft. Vor gut einem Jahr brach der Rand sowohl gegenüber dem Dollar als auch in Relation zum Euro regelrecht ein.
Mittlerweile hat sich die Lage deutlich entspannt. Aktien und Rand zeigen sich stark erholt. Wie im Rest der Welt treibt die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung die Preise quer durch alle Anlageklassen. Wobei mit den Zahlen für das dritte Quartal ein handfester Beleg für den Aufschwung vorliegt. Südafrikas Bruttoinlandsprodukt nahm um 0,9 Prozent zu. "Die Rezession ist weitgehend abgeschlossen", sagt Mauro Toldo, Experte für Schwellenländer der Dekabank.
Für dieses Jahr rechnet er beim Bruttoinlandsprodukt zwar noch mit einem Minus von 1,8 Prozent, 2010 traut er dem Land bereits ein Wachstum von 2,9 Prozent zu. Allerdings sorgte für die Wende nicht allein die Fußball-WM. "Das Land hätte auch ohne das Turnier aus der Krise gefunden", meint der Experte. Entscheidend für Südafrika ist der globale Aufschwung.
Milliardenschwere Infrastrukturprogramme kommen noch dazu. Allein für die Fußball-WM gibt das Land rund 3,5 Mrd. Euro aus. Der Betrag ist aber nur ein kleiner Teil eines rund 74 Mrd. Euro schweren Konjunkturprogramm, mit dem bis 2013 rund eine halbe Million Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. "Die Fußball-WM hat eine langfristige Wirkung", erklärt Toldo.
Für Anleger, die an diesen Effekt glauben, ist ein Investment auf den FTSE JSE Top 40 die erste Wahl. Das Börsenbarometer enthält die gemessen am Börsenwert 40 größten Unternehmen Südafrikas. Naturgemäß dominiert der Rohstoffsektor die Rangliste. Die am Kap beheimateten Minenkonzerne sind für gut die Hälfte des Indexgewichts verantwortlich. Wobei allein die beiden Branchenriesen Anglo American sowie BHP Billiton mehr als ein Drittel beisteuern. Insofern nimmt nicht zuletzt der haussierende Goldpreis maßgeblichen Einfluss auf die Börse in Johannesburg.

Keine Torgarantie für Anleger

Zu dem Index gibt es eine Reihe von Zertifikaten und Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs). Mit einer Preisspanne von 0,1 Prozent ist das Indexzertifikat der UBS die derzeit günstigste Variante. Dabei nehmen Anleger eins zu eins an der Wertentwicklung teil. Allerdings erhalten sie keine Dividende, ganz im Unterschied zum ETF von Lyxor, dessen Gebühr dafür mit maximal 0,65 Prozent deutlich höher ist. Der Anbieter hat mit seinem Vehikel auf den Südafrika-Index seit Mitte 2007 erst 84 Mio. Euro eingesammelt. Zum Vergleich: Im Lyxor-Indexfonds für Russland - ebenfalls ein rohstoffreiches Schwellenland - steckt annähernd das Fünffache der Summe. Der WM-Gastgeber fristet bei Privatanlegern offenbar nur ein Schattendasein.
Und das ist vernünftig. Die Investitionen sollten im Depot nur eine kleine Rolle spielen. Denn die grundsätzlichen Risiken können auch die WM-Euphorie und der ausgelöste Bauboom nicht überdecken. Deka-Fachmann Toldo nennt neben den chronischen Gefahren Kriminalität, Aids und Korruption als kurzfristiges Problem die Finanzierungssituation: "Südafrika hat wenig Reserven." Sobald die Risikolust der Investoren nachlässt, könnte das Gastgeberland am Kapitalmarkt schnell im Abseits stehen.
Wer das Risiko begrenzen will, kann Zertifikate mit Teilschutz nutzen. "Bonus-Zertifikate sind eine Alternative zu Direktinvestments in den südafrikanischen Aktienmarkt. Denn die Börse ist sehr volatil", sagt Sebastian Bleser, Produktexperte der Société Générale. Die Bank hat zwölf Bonuspapiere auf den FTSE JSE Top 40 emittiert. Die Laufzeit endet bei allen am 17. September 2010, gut zwei Monate nach dem WM-Finale. Als langfristiges Investment taugen die Papiere nicht.
Unter anderem paart Société Générale eine Rendite von rund zehn Prozent pro Jahr mit einem Risikopuffer von knapp einem Fünftel. Fällt der Index, der aktuell bei rund 24.700 Punkten steht, bis zur Fälligkeit nicht unter 20.000 Punkte, erleiden Anleger keine Verluste.

Von Wolfgang Hagl
FTD.de, 03.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

1
Haben Sie Fragen?
Ihr persönlicher Expertenrat zur Abgeltungsteuer!

Schreiben Sie eine E-Mail.
Abgeltungsteuerrechner
 
 
Ledige
Verheiratete
 
Bayern + BaWü
Andere Bundesländer
Keine Kirchensteuer
 
Newsletter
Newsletter
Top Schlagworte
Abgeltungssteuer Aktien Dab Doppelbesteuerungen, Drittstaaten, Einkommensteuer Schweiz, Vergangenheit, Verhandlungen, Wortlaut,
Top Artikel
Den Fonds fürs Leben finden
Den Fonds fürs Leben finden
Aktienanleihen profitieren von der Abgeltungsteuer
Aktienanleger müssen leiden
Abgeltungsteuer - ganz einfach    Was ist die Abgeltungsteuer?    Entwicklung der Abgeltungsteuer    Abgeltungsteuer international                 Impressum