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Zertifikate

Skeptiker greifen zu Zertifikaten

Wer Aktien nach deren imposanter Rallye nicht mehr traut, kann Gewinne abschöpfen und auf renditestarke Alternativen ausweichen.
Anleger, die im Frühjahr den Schritt an den Aktienmarkt wagten, haben glänzend verdient. Nach der rekordverdächtigen Kursrallye ist manch einer jetzt allerdings geneigt, Gewinne besser mitzunehmen. Das so verdiente Geld muss aber nicht auf dem Girokonto versauern. Mithilfe von kurz- bis mittelfristig laufenden Zertifikaten lässt sich eine Korrekturphase gut überbrücken. Das ist auch aus steuerlicher Sicht kein Problem mehr, da seit Einführung der Abgeltungsteuer Anfang des Jahres Anlagen mit Laufzeiten unter einem Jahr nicht benachteiligt werden. Seitdem sei die Nachfrage nach Zertifikaten mit kurzfristigen Fälligkeiten deutlich gestiegen, bestätigt Dirk Heß, Zertifikatespezialist bei der Citigroup .
Der Kauf solcher Papiere bietet einige Vorteile. So lässt sich etwa die Marktentwicklung für einige Monate naturgemäß wesentlich besser prognostizieren als auf Sicht von einem oder gar mehreren Jahren. Speziell bei Discountzertifikaten kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu, wie Marcel Langer von der UBS in einer Studie aufzeigt: Bei zwei mit einer identischen Obergrenze (Cap) ausgestatteten Discountern weist das kürzer laufende Papier immer eine höhere Rendite pro Jahr auf. Insbesondere in den letzten Monaten der Laufzeit steigt diese stark an. Bei ausgewählten Dax-Zertifikaten mit Caps am aktuellen Indexniveau klettert sie von etwa zwölf Prozent bei einjähriger Laufzeit über 18 Prozent bei viermonatiger Fälligkeit auf nahezu 30 Prozent bei einer Restlaufzeit von anderthalb Monaten.
Um auf Sicht von fünf, sechs Monaten einen Gewinn von mindestens sechs Prozent zu erzielen - Renditen in dieser Höhe sollten angesichts der Transaktionskosten angestrebt werden -, müssen Anleger schon auf Einzelwerte zurückgreifen. Grund dafür sind die zuletzt stark gesunkenen Volatilitäten. Aus dem Dax bietet sich hier die Aktie der Allianz an. Aber auch das Papier von MAN, das durch das Interesse von Volkswagen  an dem Anbieter von Nutzfahrzeugen nach unten gut abgesichert sein sollte, ist interessant. Bei deutlich unter den aktuellen Kursniveaus liegenden Caps sind jährliche Renditen von knapp 12 beziehungsweise 13,5 Prozent möglich.
Einen Schnaps mehr bringt ein ausgewähltes Bonuszertifikat auf den Dax. Behauptet sich der deutsche Aktienindex bis zum 20. März 2010 über der Schwelle von 4300 Punkten, so wird das aktuell zu 73,13 Euro gehandelte Papier auf 77,50 Euro zulegen. Der Puffer beträgt stattliche 1500 Zähler oder 26 Prozent. Aus technischer Sicht spricht einiges für das Bonuspapier: Selbst wenn es in den kommenden Wochen zu einer starken Marktkorrektur kommen sollte, dürfte spätestens die 200-Tage-Linie den deutschen Blue-Chip-Index stabilisieren. Der gleitende Durchschnitt nähert sich derzeit der Marke von 4900 Punkten an. Mit Nokia als Basiswert sind pro Jahr sogar 17 Prozent drin.

Skeptiker greifen zu Zertifikaten

Die nach schwachen Quartalsergebnissen in der vergangenen Woche prozentual zweistellig gestiegene Aktie bewegt sich momentan auf dem Niveau von 9 Euro und damit weiterhin sicher über der kritischen Barriere von 6,50 Euro. Diese tiefe Schwelle wurde von dem finnischen Wert aus dem Euro Stoxx 50 selbst auf dem Tiefpunkt der Crash-Bewegung im März 2009 nicht erreicht.
Als Beimischung interessant könnten zwei Zertifikate sein, die mit Blick auf die mögliche Rendite noch einmal eine Steigerung aufweisen. So lassen sich mit einem Korridor-Bonus-Zertifikat auf den Dax bis Ende März 2010 um die 16 Prozent erzielen, was einer jährlichen Rendite von etwa 41 Prozent entspricht. Wie der Name andeutet, müssen Anleger bei diesem Papier zwei Barrieren beachten, wobei die untere bei 2400 Punkten aller Voraussicht nach keine Rolle spielen dürfte. Letztlich setzen Investoren bei diesem Produkt darauf, dass sich die fulminante Dax-Hausse nach Gewinnen von 64 Prozent seit März zumindest verlangsamt - und damit die obere Barriere bei 6900 Punkten unberührt bleibt.
Noch wesentlich heißer ist eine Spekulation auf Eon. Die Aktie des Versorgers sollte von einer schwarz-gelben Regierungskoalition tendenziell profitieren können. Die aktuell zu 4,48 Euro gehandelten Capped-Calls steigen bis zum Ende des Jahres auf 5 Euro, sofern die derzeit bei 26,30 Euro notierende Aktie am 18. Dezember bei mindestens 25 Euro notiert. Anleger würden dann einen Maximalgewinn von 11,6 Prozent oder umgerechnet 79 Prozent pro Jahr einfahren. Da auf der anderen Seite im Falle einer Korrektur große Verluste drohen, sollte der Depotanteil auf maximal vier Prozent beschränkt werden. So sinkt etwa die Rückzahlung auf 2 Euro, wenn die Eon-Aktie am Bewertungstag bei lediglich 22 Euro notiert.

Von Stefan Mayriedl
aus der FTD vom 21.10.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

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