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Zertifikate

Gut gewappnet in die Inflation

Durch die expansive Geldpolitik und die immense Staatsverschuldung hat sich ein großes Teuerungspotenzial aufgebaut. Spezielle Zertifikate bieten Schutz. 
Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers vor gut einem Jahr hat sich tief in das Gedächtnis der Finanzmarktteilnehmer gebrannt. Lediglich das unkonventionelle Eingreifen von US-Notenbankchef Ben Bernanke verhinderte nach Meinung vieler Experten ein Abrutschen der Weltwirtschaft in eine Depression, wie sie in den 30er-Jahren grassierte.
Bis Dezember 2008 schleuste er die Zinsen auf das historisch niedrige Zielband von 0 bis 0,25 Prozent hinunter. Daneben griff Bernanke mit der Rettung des Versicherungsriesen American International Group (AIG) auch direkt ins Wirtschaftsgeschehen ein und begann er später sogar, US-Staatsanleihen aufzukaufen.
Durch massive Interventionen blähte sich die Bilanzsumme der US-Notenbank allein zwischen August und Dezember 2008 um rund das Doppelte auf mehr als 2000 Mrd. $ auf. Flankiert wurde die expansive Geldpolitik von riesigen schuldenfinanzierten Konjunkturpaketen der US-Regierung. Allein das von US-Präsident Barack Obama kurz nach seiner Amtseinführung im Januar 2009 auf den Weg gebrachte Programm hat ein Volumen von fast 800 Mrd. $.
Unterschätzte Gefahr
Dadurch ist nicht nur die Staatsverschuldung enorm gestiegen, sondern es hat sich auch ein gewaltiges Inflationspotenzial aufgebaut, das sich entladen könnte, sofern es dem Notenbankchef in den kommenden Jahren nicht gelingt, die überschüssige Liquidität wieder dem Wirtschaftskreislauf zu entziehen.
Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen, denn den bisherigen Aktionen nach zu urteilen, wird der Notenbankchef auf keinen Fall eine erneute Rezession riskieren. Daher dürfte er mit Zinserhöhungen wohl erst dann reagieren, wenn die Wirtschaft schon wieder in vollem Gange ist. Eine steigende weltweite Teuerung dürfte dann kaum noch aufzuhalten sein.
Einige Volkswirte stützen diese These, darunter Thomas Straubhaar, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI): "Die Geldentwertung wird so stark ausfallen wie seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr", sagte der Experte kürzlich in einem Zeitungsinterview. Bereits für das Jahr 2011 erwartet Straubhaar in Deutschland Teuerungsraten von fünf bis zehn Prozent. Die Inflation sei ein sehr einfacher Weg für die Staaten, von ihrer hohen Verschuldung herunterzukommen.

 

Szenario - steigende Preise
Anleger können sich mit Inflationszertifikaten oder Inflationsanleihen für ein Szenario steigender Preise wappnen. Grundsätzlich sind diese Papiere wie Anleihen konzipiert. Das bedeutet: Am Laufzeitende werden sie in der Regel zu 100 Prozent des Nominalwerts zurückgezahlt. Hinzu kommen jährlich anfallende Kupons, die an die Inflationsrate gekoppelt sind.
Das eingesetzte Kapital ist also nominal wie real vollkommen geschützt. Anleger sollten Papiere mit einer möglichst langen Laufzeit bevorzugen.

Gut gewappnet in die Inflation

Denn noch ist weit und breit nichts von Inflation zu sehen. Im Gegenteil: Unter dem Eindruck der Rezession sind die Preise in Deutschland im Sommer sogar zeitweise gesunken. 
Die Konditionen der "Inflationsanleihe III" von Morgan Stanley sind den gängigen Prognosen von Volkswirten, wonach die Inflation ab 2011 anziehen wird, angepasst: Im Dezember 2010 gibt es zunächst einen Fixkupon von sechs Prozent. In den Folgejahren bis zum Ende der Laufzeit im Dezember 2014 sinkt der Mindestzins auf jährlich 1,5 Prozent, dafür wird dann die europäische Inflationsrate oben draufgesattelt. Ähnlich strukturierte Papiere gibt es auch von anderen Anbietern. Bei der bis Januar 2015 laufenden "Realzins-Anleihe 02/09" von der WestLB gibt es erst- und einmalig im Januar 2011 einen Kupon von 5,25 Prozent. Anschließend wird zum Zins von einem Prozent p.a. die europäische Preissteigerungsrate hinzuaddiert.
Die Inflationsanleihe der HypoVereinsbank zahlt in den ersten beiden Jahren jährlich vier Prozent. Anschließend gibt es 1,0 Prozent p.a. plus die deutsche Inflationsrate. Deutlich über die Teuerung hinausgehende Renditen lassen sich mit solchen Papieren also nicht erzielen.
Bessere Renditechancen bieten Zertifikate, die mit einem Hebel ausgestattet sind. Die HypoVereinsbank etwa bietet bei einem ihrer Produkte zunächst einen Fixkupon von 3,2 Prozent. In den Laufzeitjahren zwei und drei errechnet sich der Zins aus der mit dem Faktor 1,35 multiplizierten Inflationsrate.
Die "3x-Inflationsanleihe" der Citibank bietet nach einem Fixkupon von sechs Prozent im ersten Jahr in den beiden Folgejahren sogar die dreifache europäische Inflationsrate. Trotz der guten Konditionen notiert das Papier im Sekundärmarkt nur knapp über dem Emissionspreis.
Allerdings ist die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs mit drei Prozent recht hoch. Das gilt auch für den Nachfolger, der "2x-Inflationsanleihe". Bei diesem Papier fällt der Fixkupon mit vier Prozent ein wenig niedriger aus, zudem wird die Inflation ab dem zweiten Jahr nur mit dem Faktor zwei gehebelt. Dafür läuft das Papier ein Jahr länger - ein nicht zu unterschätzender Vorteil, sofern der Preisanstieg länger auf sich warten lässt als erwartet.

von Christian Scheid
FTD.de, 16.10.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

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