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Lebensversicherer - Geschäftsmodell ist bedroht

Kommt Solvency II so, wie es die Versicherungsaufseher zurzeit planen, müssen deutsche Gesellschaften langfristig 25 Prozent mehr Eigenkapital vorhalten, glaubt Carsten Zielke von der Société Générale. Das können viele kaum stemmen.  
Die geplanten EU-weiten Eigenkapitalregeln nach Solvency II führen auf Basis des Jahres 2008 zu einem Mehrbedarf an Eigenkapital von 70 Prozent für deutsche Lebens- und Krankenversicherer. Das hat die Société Générale  in einer Studie zum deutschen Versicherungsmarkt errechnet. "Das ist aufgrund der rechtlichen Struktur des deutschen Marktes nicht darstellbar", sagte Carsten Zielke mit Hinweis auf die zahlreichen Gegenseitigkeitsvereine, die kein Kapital an der Börse oder von ihren Besitzern holen können. Die Lebensversicherer brauchen 54 Mrd. Euro mehr Eigenmittel, die privaten Krankenversicherer 12 Mrd. Euro. Auf der anderen Seite haben die Schaden- und Unfallversicherer ein Plus von 25 Mrd. Euro überschüssigem Kapital.
Zielke ist Versicherungsexperte der Bank und einer der Berater der EU-Kommission in Bilanzfragen der Assekuranz. Langfristig rechnet er mit einem Eigenkapital-Mehrbedarf von 25 Prozent unter Solvency II. Allerdings "wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird", fügte er hinzu und forderte die Branche auf, jetzt politischen Druck zu machen, um Solvency II in einer erträglichen Form einzuführen.
Zielke forderte Vorschriften, die den Versicherern eine höhere Investition in Aktien erlauben, und eine weniger risikoaverse Politik der Versicherer. Sonst könnten sie nicht die erforderlichen Renditen erzielen, ihr Geschäftsmodell wäre unter Druck.

Lebensversicherer - Geschäftsmodell ist bedroht


"Der Versicherungsmarkt in Deutschland ist kein Wachstumsmarkt mehr", sagte Zielke. In der Sachversicherung sei der Traum von Marktanteilsgewinnen dank Niedrigpreisen ausgeträumt. In der Lebensversicherung werde Neugeschäft hauptsächlich mit Einmalgeschäft erzielt, "das zum Teil auf Kosten der Versicherungsgemeinschaft generiert wird".
Das Geschäftsmodell Lebensversicherung sei nicht tot. "Es müssen aber die Rahmenbedingungen geändert werden", sagte er. Solvency II könne so wie bislang geplant nicht kommen. Sonst werde die Wirtschaft geschädigt.
Zielke weiter: "Zinsrisiken müssen diversifiziert werden, Aktieninvestments sind ein Muss, um Inflationsrisiken ausgleichen zu können."

Von Herbert Fromme
FTD.de, 05.03.2010
© 2010 Financial Times Deutschland

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