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Vorsorge

Riestern gegen die Abgeltungsteuer

Für Besitzer von Wertpapieren fallen hohe Abgaben an, wenn die Abgeltungsteuer kommt. Vor allem langjährige Sparer mit hohen Summen müssen tief in die Tasche greifen. Wer dagegen die staatlich geförderte Altersvorsorge nutzt, ist im Vorteil. Bei der Riester-Rente langt der Fiskus nicht zu.

Einer der großen Gewinner der Abgeltungsteuer ist die staatlich geförderte Altersvorsorge: Denn auf nicht geförderte Riester-Fondssparverträge wird kein spezieller Obolus an den Fiskus fällig. Das gilt auch für Einzahlungen in Fondssparpläne, die nach 2008 getätigt werden.

Anders sieht die Situation jedoch bei all denjenigen aus, die mit Fondssparplänen ein kleines Vermögen fürs Alter aufbauen: Für Wertpapiere, die ab 2009 gekauft werden, fallen unabhängig von der Haltedauer stets 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Vor allem für diejenigen, die über Jahre hinweg ansehnliche Summen ansparen, geht der neue Obolus richtig ins Geld: Sie müssen künftig gut ein Viertel der Kursgewinne an den Fiskus abdrücken. Dass es dabei um horrende Summen gehen kann, zeigt ein Beispiel: Anleger, die 50.000 Euro 30 Jahre lang zu einem Zinssatz von acht Prozent in Fonds investieren, müssen nach Einführung der Abgeltungsteuer satte 84 585 Euro an den Fiskus abtreten. Nach altem Recht kann der Betrag von immerhin 503.133 Euro nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr immerhin komplett steuerfrei eingestrichen werden.
Doch wer regelmäßig in einen Riester-Fondssparplan einzahlt, um fürs Alter vorzusorgen, muss sich um die Abgeltungsteuer nicht sorgen. Denn wer einen nicht geförderten Riester-Fondssparplan abschließt, kann sowohl in der Anspar- als auch in der Auszahlungsphase Steuern sparen. "Im Laufe der Ansparphase sind Kursgewinne, Dividenden und Zinsen steuerfrei", sagt Markus Temme, Pressesprecher von Union Investment.

Diese steuergünstige Variante des Sparens gibt es jedoch nur unter folgenden Bedingungen: Zum einen darf der Sparer für die eingezahlten Beträge weder Steuervorteile noch Zulagen erhalten haben. Zudem muss er den Vertrag mindestens zwölf Jahre lang gehalten haben und zu Beginn der Auszahlung mindestens 60 Jahre alt sein. Einen nicht geförderten Riester-Fondssparplan kann im Grunde jeder abschließen - auch all diejenigen, die nicht förderberechtigt sind.
"Riester-Fondssparer haben ab dem Jahr 2009 zudem die Möglichkeit, ihren Fondssparplan zu übersparen", sagt Temme. Ein entsprechendes Angebot arbeitet die Fondsgesellschaft Union Investment derzeit aus. Auch andere Fondsgesellschaften bereiten entsprechende Lösungen vor. Ein Riester-Vertrag gilt dann als überspart, wenn mehr als die maximal geförderte Summe von 2100 Euro abzüglich Zulagen eingezahlt wird. Die Gewinne, die sich aus dem darüber hinaus gehenden Betrag ergeben, müssen im Alter dann nur zur Hälfte mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden.

Riestern gegen die Abgeltungsteuer

 

Fondssparpläne sind begrenzt

Doch auch wenn nicht geförderte Riester-Sparer von der Abgeltungsteuer verschont bleiben: Das Angebot an Riester-Fondssparplänen ist begrenzt. Lediglich sieben Fondsgesellschaften und Banken (cominvest, dit, Deka, DWS, Hansainvest, Postbank und Union Investment) bieten überhaupt entsprechende Fonds an. Hinzu kommt: Auch wenn sich nicht geförderte Riester-Fondssparpläne gut eignen, um am Fiskus vorbei ein kleines Vermögen fürs Alter aufzubauen, sind sie nicht die günstigste Vorsorgevariante.

"Wer sein Geld beispielsweise in Indexfonds anstatt in eine Riester-Fondspolice investiert, spart Kosten", sagt Niels Nauhauser, Altersvorsorge-Experte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Ohnehin empfehlen Verbraucherschützer, das Portfolio möglichst unabhängig von steuerlichen Einsparmöglichkeiten zu strukturieren. Denn bei der Wahl des richtigen Anlageprodukts spielen Rendite, Kosten und Risiko eine entscheidende Rolle.

Sparer müssen jedoch beachten, dass die Steuervorteile bei einem Riester-Fondssparplan lediglich dann gelten, wenn der Vertrag nicht gefördert wird. Schließt der Riester-Sparer einen normalen, geförderten Riester-Vertrag ab - erhält also Zulagen oder Steuerersparnisse - dann ist die Auszahlung im Alter nur als lebenslange Rente möglich. Und die muss dann voll versteuert werden.

Quelle: WELT ONLINE

Von Barbara Brandstetter

 

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