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Fonds

Geschlossene Fonds und Abgeltungsteuer

Beteiligungen an geschlossenen Fonds unterliegen nicht der Abgeltungsteuer, falls diese gewerblicher Natur sind und keine Einkünfte aus Kapitalvermögen erwirtschaften. Die Beteiligungen werden regelmäßig bis zum Ende der Laufzeit gehalten. Ein funktionstüchtiger und kontrollierter Zweitmarkt existiert noch immer nicht, auch wenn hin und wieder dahingehende Versuche gestartet werden.
Laufende Gewinne und Verluste, die Anleger mit ihren Beteiligungen an geschlossenen Immobilienfonds erzielen, zählen - je nach Konzeption - zu Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, Gewerbebetrieb oder Sonstigen Einkünften. Werden bei Beendigung der Fondsbeteiligung Gewinne oder Verluste realisiert, so sind diese nur dann steuerlich unerheblich, wenn die Laufzeit des Fonds nicht kürzer als zehn Jahre ist. Dies gilt gemäss § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG auch bei Beteiligungen, die nach dem 1.1.2009 erworben wurden.
Viele Anleger haben in der Vergangenheit Beteiligungen an geschlossenen Schiffsfonds gezeichnet. Damit erzielen diese als Mitunternehmer Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Es kommt die privilegierende "Tonnagebesteuerung" nach § 5 a EStG zur Anwendung. Die alljährliche Gewinnzuweisung und ein etwaiger Gewinn aus der späteren Veräußerung des Schiffes sind weitestgehend steuerfrei.
Investiert der Anleger in geschlossene Containerfonds, so werden aufgrund der langfristigen Vermietung von Containern Einkünfte aus sonstigen Leistungen erzielt (§ 22 Nr. 3 EStG). Bei der späteren Veräußerung der Container war bis zum 31.12.2008 ein etwaiger Gewinn hieraus steuerfrei, falls zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr verstrich. Seit dem 1.1.2009 beträgt diese Frist zehn Jahre (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG).

Geschlossene Fonds und Abgeltungsteuer

Von der Abgeltungsteuer nicht behelligt werden geschlossene Fonds, die als sogenanntes "Steuerstundungsmodell" dem § 15 b EStG unterfallen. Hierzu gehören beispielsweise Medienfonds sowie Solar- oder Windkraftfonds.
Einkünfte aus den Beteiligungen an geschlossenen Fonds sind in der Einkommensteuererklärung zu deklarieren. Versteuert werden diese mit dem individuellen Steuersatz des Anlegers.
Schlechter gestellt werden von der Abgeltungsteuer nicht-gewerbliche Fonds, die Kapitalvermögen verwalten. Als Beispiel mögen die sogenannten Private-Equity-Fonds gelten, die seit dem 1.1.2009 nicht mehr vom Halbeinkünfteverfahren bei Dividendenzahlung profitieren, die aus Beteiligungen an Aktiengesellschaften fließen. Zudem unterfallen aufgrund des Wegfalls der Spekulationsfrist auch solche Gewinne der Abgeltungsteuer, die bei Beteiligungen an Unternehmen entstehen, falls diese veräußert werden. Häufig schmälert die abzuführende Abgeltungsteuer die Rendite der am Fonds beteiligten Anleger erheblich. Wurden die Beteiligungen am vermögensverwaltenden Fonds vor dem 1.1.2009 erworben, sind etwaige Gewinne nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, falls sich der Anleger später wieder von seinen Anteilen trennt.

©  Steuerfachanwalt Thomas M.R. Disqué
14.01.2011

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