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Das Ende einer Heuschrecken-Legende

Manche Menschen sind beruflich nur durch zwei Personen zu ersetzen. Ex-Kaufhof-Chef Jens Odewald hat daher gleich doppelt für seine Nachfolge gesorgt. Und das in turbulenten Zeiten.
Der Gründer einer der ältesten und größten deutschen Beteiligungsgesellschaften, Jens Odewald, tritt ab. Nach seinem 70. Geburtstag im September werde er sich zum Jahresende aus der Führung der Berliner Odewald & Compagnie zurückziehen, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit. Ihm folgt eine Doppelspitze: Sie besteht aus Ex-Dresdner-Vorstand Ernst-Moritz Lipp, 59, der zuletzt schon die Geschäfte mit Odewald geführt hatte, sowie Torsten Krumm, 48, bis Ende 2009 Partner bei Apax. Ex-Kaufhof-Chef Odewald geht in turbulenten Zeiten - für die Private-Equity-Branche insgesamt, aber auch für seine 1997 gegründete Firma. Odewald zählt mit dem aktuellen Fonds von 600 Mio. Euro zu den größten Finanzinvestoren deutscher Provenienz. Doch auch aus diesem 2007 gestarteten Fonds sind 2009 einige Unternehmen durch ihre hohen Schulden ins Trudeln geraten.
In drei Fällen hat Odewald Geld nachschießen müssen: beim Autozulieferer Saargummi, der Zeitarbeitsfirma Tempton sowie bei Oystar, der Ex-Verpackungsmaschinentochter der früheren IWKA. Firmenanteile an Gläubiger habe man aber in keinem Fall abgeben müssen, sagte Odewald der FTD. Der dominant auftretende Odewald, ein Duzfreund Helmut Kohls, will die Rolle des Chairman übernehmen und seinen Einsatz auf "ein Drittel der bisherigen Arbeitszeit" beschränken, wie er sagt. In dieser Funktion wolle er seine Firma bei der Gewinnung von Investoren und dem Erwerb weiterer Unternehmen beraten.

Das Ende einer Heuschrecken-Legende

 
Die Investoren waren zuletzt wenig glücklich über die Entwicklung des 2007er-Fonds: Ende 2009 lagen die Wertansätze der Firmenbeteiligungen weit unter den Einstandspreisen, da die Unternehmen schwere Ergebniseinbußen hinnehmen mussten. "Wir werden aber voraussichtlich zwei Drittel der operativen Gewinne, die wir 2009 gegenüber der Planung verloren haben, wieder ausgleichen", sagte Odewald. Ende 2011 sollen die Ergebnisse wieder das Niveau von 2008 erreichen.
Krumms Wechsel von einem Megafonds wie Apax zu einem Mittelstandsfonds wie Odewald ist ungewöhnlich. "Mittelstandsfinanzierung ist in Deutschland weiter sehr gefragt, es gibt viel mehr Möglichkeiten zu investieren", sagte er der FTD. Krumm war im Münchner Apax-Büro für Technologieinvestitionen zuständig. Allerdings hatte Apax zuletzt immer mehr Kompetenz nach London verlagert, sodass im Münchner Büro derzeit nur noch elf Investmentprofis arbeiten. Anfang des Jahrtausends waren es noch rund 30 gewesen.

Von Angela Maier, München
24.06.2010
© 2010 Financial Times Deutschland

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