Ungleiche Brüder
Das Fondsrating dieser Woche legt auf den ersten Blick einen Schluss nahe: Aktives Management lohnt sich nicht. Jedenfalls nicht bei der Geldanlage in Unternehmen der weltweiten Konsumgüterindustrie. Unter den besten zehn Fonds finden sich nur vier aktiv verwaltete. Und keiner machte seine Sache in den vergangenen drei Jahren besser als passive Indexfonds von iShares und State Street. Wer näher hinschaut, entdeckt aber: Die Ratingkategorie vergleicht Ungleiches. Die Indexfonds an der Spitze beziehen sich nur auf kleine Ausschnitte einer viel größeren Anlagekategorie. Erstens sind Dow Jones Stoxx 600 Food & Beverage sowie MSCI Europe Consumer Staples rein europäische Indizes. Zweitens steht der erste Index nur für die Nahrungsmittelindustrie, der zweite nur für Consumer Staples, Verbrauchsgüter des täglichen Lebens. Wer mit einem Fonds die gesamte Branche "Konsum" abdecken will, landet in einer überwiegend von US-Konzernen geprägten Aktienwelt aber automatisch auch in Nordamerika. Und er legt auch noch im zweiten großen Teilmarkt der Branche an, nämlich höherwertigen Konsumgütern wie Autos oder Reisen, sogenannte Consumer-Discretionary-Waren. Die besten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Konsumgüter weltweit im Vergleich
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Nun war es kein Fehler, sich in den vergangenen drei Krisenjahren den Grundnahrungsmitteln zu- und von Luxusgütern abzuwenden: Der weltweite MSCI-Index im Segment "Staples" gewann seit Mai 2007 fast 2,8 Prozent pro Jahr, während das Discretionary-Segment 5,5 Prozent pro Jahr verlor. Langfristig dürfte eine breiter gestreute Geldanlage aber Risiken senken und Erträge stabilisieren. Und der beste Konsumgüterfonds im Vergleichsfeld, der diese Strategie einlöst, ist ein Konsumgüterklassiker des größten aktiven Fondsmanagers der Welt: der Global Consumer Industries von Fidelity.
Von Olaf Wittrock 16.05.2010 © 2010 Financial Times Deutschland |