abgeltungsteuer.de Das Portal zur Abgeltungsteuer
Fonds

Steuerentlastungen - Her mit dem Netto

Statt über das übliche Jahresendgeschäft freuen sich Finanzvertriebe auf ein Jahresanfangsgeschäft. Sie wollen die Steuerentlastungen ab 1. Januar abfischen. 
Es hat schon bessere Adventwochen gegeben für Vertriebler in der Finanzbranche. Einst gab es im Dezember regelmäßig Steilvorlagen vom Gesetzgeber, Kunden noch vor dem Stichtag 31. Dezember etwas aufzuschwatzen: Mal fiel an Neujahr das Steuerprivileg für Lebensversicherung, mal verteuerten Unisex-Tarife Versicherungen, mal endete die Sonderförderung geschlossener Fonds. Letztes Jahr musste noch bis Silvester viel Geld vor der Abgeltungsteuer gerettet werden. Und in diesem Jahr? Gibt es eigentlich keine Frist. Doch die Branche, in der die Besten ihres Fachs auch einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen könnten, hat auch dafür eine Lösung gefunden. Die verbirgt sich hinter dem Wortungeheuer des Bürgerentlastungsgesetzes: Ab 1. Januar sind Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge voll steuerlich absetzbar. Bei einem Bruttoeinkommen von 40.000 Euro pro Jahr etwa hat ein verheirateter Alleinverdiener mit Kind 65 Euro mehr pro Monat auf dem Konto.
Eigentlich soll das Geld den Aufschwung befeuern. Doch die Rechnung hat Berlin ohne die findigen Finanzdienstleister gemacht, die sich eine solche Steilvorlage natürlich nicht nehmen lassen - und das Plus an Netto der Bürger in ihre eigenen Kassen umleiten wollen. Rundschreiben, Internetauftritte, Anrufe lassen Bürger wissen, wo die Entlastung ab 1. Januar hingehört: in Vorsorgeprodukte, nicht in den Konsum. "Setzen Sie jetzt Ihre Steuerentlastung zur Vorsorge ein", trommelt die Dresdner Bank, "ohne heute auf den gewohnten Lebensstandard zu verzichten." Die Commerzbank jubelt, nun können Anleger "vorsorgen, ohne den Gürtel enger zu schnallen".

Steuerentlastungen - Her mit dem Netto

Ähnlich formuliert es auch MLP in der Beratung: Wer das Geld bis jetzt auch nicht gebraucht hat zum Leben, kann es ja auch genauso gut in ein Vorsorgeprodukt anlegen. "Es bietet sich an, einen Teil der finanziellen Entlastung, die das Gesetz bringt, in die private Vorsorge zu investieren", lässt die Pressestelle des Finanzdienstleister Plansecur am Donnerstag die Presse per Rundschreiben wissen.
Der Finanzdienstleister AWD - bekannt für seine Kampagne "Mehr netto" - geht noch einen Schritt weiter. Er hat sich gleich die Internetseite buergerentlastungsgesetz.net gesichert und fordert auf, "von der enormen Steuerentlastung zu profitieren" - natürlich mit AWD-Beratung.
Im Kampf um die Kohle der reich beschenkten Bürger sind die Hannoveraner allerdings gegenüber dem ewigen Rivalen MLP mit leichten Wettbewerbsnachteilen unterwegs. Denn MLP trommelt nicht nur aggressiver als AWD und erklärt im Internet kurzerhand: "Jetzt gibt es wieder Geld vom Staat für Ihre Zukunft." Die Wieslocher hatten auch im Rennen um die beste Internetseite für die Kampagne die Nase vorn - und thronen auf buergerentlastungsgesetz.de.

Von Christian Kirchner
aus der FTD vom 21.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

1
Haben Sie Fragen?
Ihr persönlicher Expertenrat zur Abgeltungsteuer!

Schreiben Sie eine E-Mail.
Abgeltungsteuerrechner
 
 
Ledige
Verheiratete
 
Bayern + BaWü
Andere Bundesländer
Keine Kirchensteuer
 
Newsletter
Newsletter
Top Schlagworte
Abgeltungssteuer Aktien Dab Doppelbesteuerungen, Drittstaaten, Einkommensteuer Schweiz, Vergangenheit, Verhandlungen, Wortlaut,
Top Artikel
Den Fonds fürs Leben finden
Den Fonds fürs Leben finden
Aktienanleihen profitieren von der Abgeltungsteuer
Aktienanleger müssen leiden
Abgeltungsteuer - ganz einfach    Was ist die Abgeltungsteuer?    Entwicklung der Abgeltungsteuer    Abgeltungsteuer international                 Impressum