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Die richtigen Fonds für Langfristanleger

Investmentfonds sind ein beliebtes Vehikel für die Altersvorsorge. Wer bis zum Jahresende einsteigt, sichert sich dauerhaft den Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer.

Für Sparer ist derzeit der Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer das Maß aller Dinge. Wer sich vor 2009 Wertpapiere ins Depot legt, kann anschließende Kursgewinne nach einem Jahr steuerfrei einfahren oder sie sogar an die Erben weiterreichen. Bei Zinsjägern heißt es dagegen "verschieben statt Schutz". Sie profitieren bei Auszahlungen ab dem Jahreswechsel vom sinkenden Tarif unterhalb der eigenen Progression.

Für beide Investorengruppen bieten die Fondsgesellschaften die richtigen Produkte. Schütten Rentenfonds erst nach dem Jahreswechsel aus, kommen Sparer selbst dann in den Genuss von geringeren Steuern, wenn die Ausschüttungen im Fondsvermögen noch 2008 auflaufen. Aktienfonds hingegen punkten mit effektivem Bestandsschutz, der durch anschließende Umschichtungen der Manager nicht ausgehebelt wird. Insofern macht es Sinn, bis zum Jahresende in die richtigen Titel zur Langfristanlage zu investieren.

Rein aus steuerlicher Sicht lohnen sich in erster Linie Fonds, die am Terminmarkt aktiv sind. Hier bringt der Handel mit Optionen oder Swaps keine Steuerpflicht, die Gelder können abgabenfrei reinvestiert werden.

Fonds weiterhin mit Bestandsschutz

Dieses Privileg bieten auch Fonds, die Zertifikatestrukturen über Puts und Calls nachbilden. Während Direktanleger den Bestandsschutz schon Mitte 2009 verlieren, dürfen Fondsgesellschaften diese Angebote ohne Zugriff des Fiskus weiterleben lassen. "Das gelingt aber nicht für nach 2008 georderte Zertifikate, die in Fondsvermögen liegen", erklärt Steuerberater Rupert Klar von Sibeth Partnerschaft aus München.

Hier werden die im Jahr eingefahrenen Gewinne dem Sparer als Kapitaleinnahme zugewiesen und dem Fonds bleiben nach Steuern nur drei Viertel für neue Investments. Für die Langfristanlage eignen sich eher Aktien- und Mischfonds sowie ETFs auf marktbreite Indizes. Zwar sind die ausgeschütteten oder thesaurierten Dividenden künftig nicht mehr zur Hälfte steuerfrei, dafür bieten sie im Vergleich zum Direktinvestment aber zwei Vorteile.

So kann der Fondsmanager beliebig oft seine Favoriten wechseln, ohne dass der Bestandsschutz kippt. Steigen Anleger erst ab dem Jahreswechsel oder langfristig über Sparpläne ein, können sie Verluste mit ihren Anteilen sogar mit Zinsen und Dividenden verrechnen. Bei der Direktanlage ist das nur mit Aktiengewinnen erlaubt.

Vertrauen auf Anleger

Der Bestandsschutz wirkt unabhängig davon, ob der Fonds auf Aktien, Termingeschäfte, Rohstoffe oder Anleihen setzt. Erste Wahl sind daher Misch- oder Dachfonds, die auf mehrere Asset-Klassen gleichzeitig setzen. Entscheidend ist allerdings, ob Anleger den Managern ihrer Fonds den gleichen Kurserfolg wie sich selbst zutrauen. "Denn was nutzt die ganze Steuerfreiheit, wenn aufgrund von mageren Fondserträgen oder üppigen Gebühren ohnehin wenig fürs Finanzamt übrig bleibt?", fragt Oliver Holzinger, Geschäftsführer im Deutschen Verband Vermögensberatender Steuerberater (DVVS).

Die richtigen Fonds für Langfristanleger

Nicht nur bei Dachfonds fällt die Abgeltungsteuer gering aus, auch Rentenfonds gewinnen mit der Systemumstellung. "Die seit Jahrzehnten bestehende Benachteiligung von Zinspapieren wandelt sich 2009, indem Zinsen wie Börsengewinne generell mit Abgeltungsteuer belegt werden", betont Experte Klar.

Besonders bei hoher Progression führt das zu einer besseren Nachsteuerrendite im Rentendepot. Da Anleger den neuen Abgeltungstarif bereits bei einem Jahreseinkommen ab 15.600 Euro überschreiten, ergeben sich für Zinsjäger deutliche Entlastungen. "Als weiterer positiver Aspekt kommt hinzu, dass die Zinseinkünfte nicht mehr das übrige Einkommen belasten, für Mieten oder Lohn also ebenfalls eine geringere Progression möglich ist", so Steuerberater Holzinger.

Optimal aufgestellt sind vor allem Fonds, die in Anleihen mit geringer Verzinsung und Kursen unter pari investieren. Die Minikupons unterliegen nur noch dem Abgeltungssatz und der Kursaufschlag bis zum Nennwert bleibt steuerfrei. Direktanleger, die etwa auf Pfandbriefe oder Hypothekenanleihen mit Kursen unter 100 Prozent setzen, gelingt das zwar ebenfalls. "Werden die Papiere allerdings fällig, gibt es für die Reinvestition keinen Bestandsschutz mehr", sagt Klar.

Insoweit verlieren Discountbonds ihren steuerlichen Reiz. Es spielt dann keine Rolle mehr, ob die Kapitaleinnahmen aus Zinsen und Kursaufschlägen resultieren. Im Rentenfonds hingegen bleibt dieser Vorteil erhalten, die Umschichtung durch die Manager hebelt die Steuerfreiheit auf Kursgewinne nicht aus.

Bestandsschutz, Gewinner und Verlierer, Kursgewinnsteuer: Bei der Vielfalt an Kriterien sollten Fondssparer aber nicht vergessen, dass der Blick auf den Fiskus nicht den alleinigen Ausschlag geben sollte. "Eine falsche Investmententscheidung rächt sich auch dann, wenn der magere Ertrag wie erwartet steuerfrei bleibt", resümiert Holzinger vom DVVS.

 

von Robert Kracht

FTD.de, 22.07.2008

© 2008 Financial Times Deutschland

 

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