Fondsrating - Perlentaucher ohne Fortune
Nebenwerte gelten gemeinhin als ideales Betätigungsfeld für aktive Investoren. Die Überlegung dahinter ist, dass dem Markt für Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen von den Analysten weitaus weniger Beachtung geschenkt wird als dem für Standardwerte. Deshalb lohne hier eine eingehende Analyse einzelner Firmen, um die Perlen herauszufischen. Stockpickern unter den Managern müsste es demnach in diesem Segment auch leichter fallen, den Vergleichsindex zu schlagen. So weit die Theorie. Dass die Praxis mitunter völlig anders aussieht, belegt das aktuelle Morningstar-Fondsrating der Kategorie "Aktien Deutschland Nebenwerte". Nicht einmal der Hälfte der bewerteten Fonds ist es gelungen, im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre besser abzuschneiden als der Index. Während der MSCI Germany Small Cap pro Jahr im Schnitt 3,86 Prozent verlor, vernichteten die untersuchten Fonds im Durchschnitt fünf Prozent. Offenbar fehlte den meisten Managern ein Rezept, um mit den stark schwankenden Kursen fertig zu werden. Die Mehrheit hat wohl auch auf Unternehmen der falschen Branchen gesetzt. Immerhin belegt ein Indexfonds auf den Technologieaktien-Index TecDax den dritten Platz im Rating. Dividendenpapiere von IT-Firmen haben sich nämlich zuletzt deutlich besser geschlagen als andere Nebenwerte.
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Kleiner Trost für Anleger, die andere Nebenwertefonds im Depot haben: Auch wenn diese dem Index hinterherhinken, haben sie meist besser abgeschnitten als Fonds, die in Standardwerte investierten. Die Indizes MSCI Germany und MSCI Europe verloren im Drei-Jahres-Vergleich deutlich mehr als ihr Nebenwerte-Pendant. Grund dafür ist die rasante Erholung der Aktien kleiner und mittlerer Firmen: Seit Anfang Januar hat der Nebenwerteindex 45,8 Prozent zulegt.
Von Christoph Hus aus der FTD vom 23.11.2009 © 2009 Financial Times Deutschland |