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Fonds

Wie finde ich den Fonds fürs ganze Leben?

Viele Deutsche wollen ihr gespartes Geld vor der drohenden Abgeltungsteuer retten. Neu aufgelegte Fonds werben um diese Kunden, die bei einer Geldanlage noch bis Ende 2008 die Steuer umgehen können. Doch wer den falschen Fonds wählt, wird schon bald vor neuen Problemen stehen.

Mit einer kleinen Aktion viel Steuern sparen – so etwas mögen die Deutschen. Und wenn ihnen versprochen wird, dass sie dadurch sogar nicht nur einmal, sondern auf Jahre und Jahrzehnte dem Fiskus ein Schnippchen schlagen können, dann werden sie erst recht hellhörig. Daher werden die Fondsgesellschaften in den kommenden Monaten heftig um Anlagegelder werben. Motto: Wer jetzt noch Fonds kauft, kann auf Jahre die Abgeltungsteuer umgehen.

Doch mancher Fondskäufer könnte schon bald unsanft aus dem schönen Steuertraum erweckt werden. Nämlich dann, wenn er 2009, 2010 oder in einem der folgenden Jahre unerwartete Post von seiner Fondsgesellschaft bekommt, in der sie ihm mitteilt, dass der Fonds aufgelöst wird. Denn dann ist der Steuervorteil dahin. Und dass dies vielen Anlegern blühen wird, ist gar nicht so unwahrscheinlich.

„In den kommenden Monaten wird eine ganze Reihe neuer Fonds Vertriebszulassungen erhalten", sagt Björn Drescher, Geschäftsführer des Fondsvertriebs Drescher & Cie. Diese werden zum größten Teil ausschließlich darauf ausgelegt sein, die Anleger für eine Investition vor Inkrafttreten der Abgeltungsteuer zu erwärmen. Denn Aktien oder Fonds, die noch vor 2009 gekauft werden, konservieren das alte Steuerrecht: nach einer Haltefrist von einem Jahr sind Kursgewinne steuerfrei. Wer dagegen ab dem kommenden Jahr kauft, muss in jedem Fall 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zahlen.

Tabelle: Fonds fürs Leben

Die größten und bekanntesten Produkte (Auswahl)

Name

Ges.

WKN

Verm.*

Wertentw. 3 Jahre

Ausgabe-Aufschl.

Geb. (TER)

Carmignac Inv.

Carmignac

A0DP5W

2,6

13,88 %

4 %

1,96 %

Deka Fonds

Deka

847450

3,9

9,69 %

5,26 %

1,04%

Fondak

Cominvest

847101

2,6

8,29 %

5 %

1,4 %

Allianz-dit Concent.

AGI

847500

1,7

7,59 %

6 %

1,81 %

Global Allocation

Blackrock

A0D8QB

9,6

7,52 %

5 %

1,65 %

European Growth

Fidelity

973270

12,1

2,73 %

5,25 %

1,94 %

UniGlobal

Union Invest

849105

4,1

2,72 %

5 %

1,26 %

Vermögensbildg.f. I

DWS

847652

4,6

1,75 %

5 %

1,45 %

Templeton Growth F.

Templeton

971025

19,8

-4,90 %

5,75 %

1,05 %

Pioneer Fund

Pioneer

805665

1,3

-5,18 %

5 %

1,63 %

Quelle: Morningstar (*=Fremdvermögen in Mrd. Euro)

Das wird in den kommenden Monaten zu heftigen Geldzuflüssen in Fonds führen. Im Umkehrschluss gilt jedoch auch: „Was ein Fonds bis Jahresende nicht einsammelt, das wird er wahrscheinlich auch nicht so schnell danach einsammeln", sagt Drescher. Und wenn das, was eingesammelt wurde, für die Fondsgesellschaft zu wenig ist, um damit die hohen Verwaltungskosten reinzuholen, so wird sie den Fonds kurzerhand wieder auflösen. „Einen Großteil der jetzt neu aufgelegten Fonds werden wir in drei Jahren nicht mehr sehen", prognostiziert Drescher daher heute schon.

Das hat für den Anleger unangenehme Konsequenzen. „Wenn ein Investmentfonds aufgelöst wird, ist dies aus steuerlicher Sicht als Rückgabe der Fondsanteile zu werten, die einer Veräußerung gleichsteht", erklärt Frank Bock vom Fondsverband BVI die rechtliche Lage. Einfacher gesagt: Der Anleger bekommt sein Geld zurück. Ist seit dem Kauf mehr als ein Jahr vergangen, so muss er zwar für eventuelle Erträge keine Steuern bezahlen. Gleichzeitig verfällt aber der Steuervorteil. Wenn der Anleger das Geld neu investiert, beispielsweise in einen anderen Fonds, so muss er auf Gewinne aus dieser Investition in jedem Fall die Abgeltungsteuer abführen.

Derartige Fondsauflösungen geschehen häufiger als viele Anleger denken. In den vergangenen zwölf Monaten traf es knapp 250 der rund 5000 Fonds, also fünf Prozent. Doch dies ist natürlich nur ein statistisches Mittel. Anleger können die Wahrscheinlichkeit, dass sie von einer Fondsauflösung betroffen sein werden, durch die Auswahl des Fonds deutlich senken. Fonds, die über Jahre oder Jahrzehnte schon gute Ergebnisse geliefert haben, laufen selten Gefahr liquidiert zu werden. Ein Fondsvermögen von mehr als einer Milliarde Euro macht eine Auflösung ebenfalls äußerst unwahrscheinlich.

Auch relativ bekannte Fonds, die wie ein Aushängeschild einer Fondsgesellschaft wirken, oder ein starker Markenname schützen vor einem schnellen Ende. So dürfte die Cominvest ihren Fondak-Fonds, den ältesten Fonds Deutschlands, wohl kaum jemals einstellen. Ähnliches gilt für große und bekannte Fonds anderer Häuser. Diese Fonds sind ein wichtiges Werbemittel der Investmentgesellschaften. Dies führt allerdings auch dazu, dass die Fondsmanager an einer besonders kurzen Leine gehalten werden: Sie dürfen auf keinen Fall deutlich schlechter als der Vergleichsindex abschneiden. Dies wiederum erreichen sie, indem sie möglichst wenig riskieren. Deutliche Überrenditen sind dadurch eben auch nicht möglich.

Doch was geschieht, wenn nicht nur ein Fonds, sondern gleich eine ganze Fondsgesellschaft aufgelöst wird? In den vergangenen Jahren verschwand beispielsweise die Fondstochter der Dresdner Bank, dit, von der Bildfläche. Ihre Fonds wurden mit jenen der Muttergesellschaft Allianz verschmolzen und werden nun in der neuen Gesellschaft namens Allianz Global Investors verwaltet. Ähnliches könnte der Cominvest blühen, falls deren Mutter Commerzbank im anstehenden Fusionsprozess deutscher Banken in den einen oder anderen Konzern integriert wird.

„Besitzt der Anleger einen Fonds, der mit einem anderen Fonds verschmolzen wird, erhält er neue Anteile an dem anderen Fonds", sagt Frank Bock vom BVI. Der Fiskus sieht diese „Veräußerung" und „Neuanschaffung" seinen Angaben zufolge aber als steuerneutralen Vorgang, so dass die neuen Anteile in die Rechtsposition der alten Anteile eintreten – der Fachbegriff dazu lautet „Fußstapfentheorie". „Somit ist es für den Anleger unerheblich, ob der Fonds vor 2009 oder nach 2008 fusioniert wird bzw. wie lange er seine Anteile besessen hat", sagt Bock. Veräußert er seine neuen Anteile, ist der Gewinn steuerfrei, sofern er die alten Anteile vor 2009 gekauft hat und seit Kauf mehr als ein Jahr verstrichen ist.

Von Frank Stocker

25. Juli 2008

WELT ONLINE

 

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