Lobby drängt auf Steuervorteile für Fondssparpläne
Nach gut unterrichteten Kreisen bemühen sich derzeit die Verbände der Fondsanbieter und Versicherer um Gehör bei der zukünftigen schwarz-gelben Koalition. Es geht um Steuerbegünstigungen für Fondsanlagen, die der Altersvorsorge dienen. Die Fondsbranche möchte eine bessere Förderung ihrer Altervorsorgeprodukte durchsetzen. Bereits am Tag nach der Wahl veröffentlichte der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) eine Stellungnahme, in der Geschäftsführer Stefan Seip "echte Wahlmöglichkeiten in der betrieblichen Altersvorsorge und einheitliche Steuerregeln für alle Anlageprodukte" forderte. Derzeit sprechen Vertreter des BVI mit den ressortzuständigen Politikern von CDU/CSU und FDP, die um den Koalitionsvertrag ringen. Ein Diskussionspunkt dürfte dabei die Abgeltungsteuer sein. Während Lebensversicherungen und Rentenversicherungen nur zur Hälfte mit dem individuellen Satz versteuert werden, falls sie der Altersvorsorge dienen, müssen die Anleger bei Fonds die volle Abgeltungsteuer von 25 Prozent zahlen. Der Fondsverband fordert hier eine Gleichstellung für Sparpläne, die bis zum Renteneintritt laufen. An den Steuervorteilen, die natürlich auch Verkaufsvorteile sind, möchte dagegen die Versicherungsbranche festhalten. Ihre Vertreter argumentieren mit den Garantien der Produkte, die auch in Krisenzeiten Sicherheit bieten.
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Weiterer Streitpunkt ist die betriebliche Altersvorsorge. Hier fordert der BVI "mehr Wahlfreiheit für Arbeitnehmer" und möchte mit einem fondsbasierten Pendant zur Direktversicherung zum Zuge kommen. Dabei darf ein freundliches Entgegenkommen der FDP erwartet werden. Schließlich plädieren die Liberalen schon lange für ein steuerlich gefördertes "Altersvorsorgekonto", bei dem die Arbeitnehmer zwischen verschiedenen Anbietern und Produktarten frei wählen dürfen.
© Thomas M.R. Disqué 09.10.2009 www.abgeltungsteuer.de |