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Fondssterben und Abgeltungsteuer

Ob DWS, Deka oder Berenberg-Bank: Viele Fondsgesellschaften kündigen die Zusammenlegung oder die Auflösung ihrer Fonds an. Und die Anleger fragen sich - was passiert jetzt mit der Abgeltungsteuer?

Ein großes Fondssterben greift um sich in Deutschland. Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds werden derzeit zuhauf zusammengelegt oder sogar vollständig aufgelöst. Steuervorteile können aber erhalten bleiben.
Selbst die marktführende Fondsgesellschaften DWS bleibt nicht vom nachlassenden Interesse der Anleger verschont. In Deutschland beginnt das große Fondssterben und Abertausende Anleger sind hiervon betroffen. Die DWS als Fondsgesellschaft der Deutschen Bank beabsichtigt, mittelfristig etwas hundert ihrer circa 500 Fonds mit anderen Fonds zusammen zu legen oder ganz auflösen. Allianz Global Investors hat ähnliche Pläne in der Schublade, nachdem sich das Unternehmen die Fondstochter der Commerzbank einverleibt hat. Und auch bei kleineren Gesellschaften wird die Produktpalette kräftig beschnitten.
So wird die Deka, die Fondsgesellschaft der Sparkassen, vier ihrer Immobilienfonds mit insgesamt 15 Milliarden Euro Vermögen in zwei Fonds zusammenfassen. Die Anleger sind hiergegen wehrlos. Eine Fusion oder gar Einstellung von Anlagefonds können Anleger nicht verhindern. Die Entscheidung, ob der Fonds fortgeführt wird, liegt im Ermessen der Fondsgesellschaft. Lediglich eine Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist einzuholen. Und von dort ist nicht viel Gegenwehr zu erwarten. Unterscheiden sich die Anlageziele der Fonds nicht allzu sehr, stimmt die Behörde der Zusammenlegung regelmäßig zu. Oft werden Fonds fusioniert oder aufgelöst, weil ein Fonds durch Verluste oder wegen Anteilsverkäufen der Anleger zu klein geworden ist. Die Philosophie eines Fonds stimmt nicht mehr oder zwei Investmentgesellschaften wurden schlicht zusammengefasst.
Da sich die Fondsgesellschaften im wesentlichen aus jährlich fälligen Gebühren finanzieren, die sich nach der Höhe des verwalteten Vermögens bemessen, herrscht in Zeiten der Finanzkrise Sparzwang. Das Angebot wird reduziert. Kleinere Fonds, die nur geringes Anlegervermögen verwalten, sind nachteilig. Größenvorteile beim Aktienkauf oder Aktienverkauf bleiben aus, was die Verwaltungskosten steigen lässt. Dabei bleiben die Fixkosten jedoch konstant, beispielsweise für die gesetzlich geforderte alljährliche Überprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer. Eine Zusammenlegung von Fonds kann daher für den Anleger von Vorteil sein. Verschmilzt eine Gesellschaft einen kleineren Fonds mit einem größeren, bekommt der Anleger Anteile an dem neuen Fonds in Höhe seiner bisherigen Einlage. Regelmäßig erfolgt diese Übertragung ohne eine Berechnung zusätzlicher Gebühren.

Fondssterben und Abgeltungsteuer

 
Auch steuerlich ergeben sich bei einer Fusion für den Anleger keine Nachteile. Wurden die Anteile am ursprünglichen Fonds vom Anleger vor dem 31.12.2008 gekauft und tauscht er die alten Anteile jetzt zum Erwerb von Anteilen am neuen Fonds ein, bleibt ein etwaiger Ertrag aus Kursgewinnen nach Ablauf von zwölf Monaten steuerfrei. Anders, wenn die Fondsanteile erst nach dem 31.12.2008 erworben wurden. Hier gilt die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, falls bei einer späteren Veräußerung Gewinne erzielt werden.
Wird ein Investmentfonds geschlossen, ist die Auflösung des Fonds steuerlich als Rückgabe der Fondsanteile zu erachten. War die Haltedauer bei Fondsanteilen, die vor dem 1.1.2008 angeschafft wurden, geringer als zwölf Monate, hat der Anleger einen etwaigen Veräußerungsgewinn mit seinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Wurden die Fondsanteile nach dem 31.12.2008 erworben, ist bei Schließung des Fonds immer Abgeltungsteuer in der zuvor bezifferten Höhe fällig.
Da die Fondsanbieter die Aversion der Anleger gegen Steuerablässe kennen, versuchen diese die Fondsanleger mit Gebührenermäßigungen oder Erlassen zur Neuinvestition bei einem anderen Fonds zu bewegen.
Ein Vorreiter bei den Fusionen ist die Deka, die zentrale Investmentgesellschaft der deutschen Sparkassen. Abertausende Sparkassen-Kunden werden in den nächsten Wochen Post oder Anrufe erhalten, mittels derer sie aufgeklärt werden sollen. Man habe sich zur Fusion entschlossen, weil die Fonds derzeit ähnliche Renditen abwerfen würden, heißt es bei der Deka. Zur Zeit beträgt die Rendite etwas mehr als drei Prozent p.a. Ist ein Anleger von der Fusion nicht überzeugt und möchte er seine alten Anteile nicht gegen neue Anteile an einem anderen Fonds tauschen, regen die Sparkassen ein "persönliches Beratungsgespräch" an, bei dem eine "bedarfsgerechte Alternative“ für den Anleger gefunden werden soll. Dabei könnten dann neue Gebühren anfallen, so dass Anleger es sich zweimal überlegen sollten, ob sie nicht einfach die Zähne zusammenbeißen und die Fusion in Würde ertragen.

© Thomas M.R. Disqué
06.07.2009
www.abgeltungsteuer.de

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