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Aktien und Abgeltungsteuer

Seit dem 1.1.2009 unterliegen die Erträge aus Aktien beim Anteilseigner nach § 20 Abs. 5 Satz 1 und 2 EStG der Abgeltungsteuer. Die Erträge umfassen insbesondere Dividenden sowie die Gewinne aus dem Verkauf der Anteilsscheine. Auch die Erlöse aus der Veräußerung von Dividendenscheinen und von Bezugsrechten auf Aktien gehören dazu (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 EStG).
Steuerfrei bleiben ausgeschüttete Dividenden, falls die Aktiengesellschaft einen Teil des Eigenkapitals zurückzahlt, zum Beispiel Rücklagen oder Grundkapital.
Wird dem Aktionär ein Wahlrecht eingeräumt, ob er sich eine Bardividende auszahlen lässt oder ob er sich für den Bezug von Aktien der Gesellschaft entscheidet, so sind die gelieferten Aktien (z.B. Dividendenaktien oder Stockdividenden) mit dem Wert der Bardividende zu versteuern.
Bei einer Ausschüttung aus einem steuerlichen Einlagekonto gemäss § 27 KStG gilt die Ausschüttung als reine Kapitalrückzahlung. Sie ist bei Aktien im Privatvermögen folglich steuerfrei. Dies bestimmt § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG.
Aktien, die ab dem 1.1.2009 angeschafft wurden, unterfallen nicht mehr dem Halbeinkünfteverfahren. Übergangsregelungen gibt es für Altbestände an Aktien. Befinden sich die Aktien im Betriebsvermögen, so gilt seit 2009 das Teileinkünfteverfahren. Dividenden sind dann zu 40 % steuerbefreit. Addiert man die Belastungen auf Unternehmensebene und auf Aktionärsebene, so beträgt nach Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens die Gesamtsteuerbelastung des Unternehmensgewinns 48,33 %  (ein Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 % unterstellt). Bei einer Bruttodividende in Höhe von 100,00 € verbleiben beim Aktionär folglich gerade mal 51,37 €. Der Rest der Dividende fällt der Steuer anheim.

Aktien und Abgeltungsteuer

Die Einführung der Abgeltungsteuer kam für Aktien einer Zäsur gleich. Mit Wegfall der bis dahin normierten einjährigen Spekulationsfrist werden seither auch Wertzuwächse besteuert. Kursgewinne bei Aktien, die nach dem 1.1.2009 angeschafft wurden, unterfallen der Abgeltungsteuer. Hierbei ist die Haltedauer unerheblich.  
Besonders hart trifft dies langfristige Sparpläne, wenn eine Altersvorsorge auf Aktieninvestments beruht. In der Vergangenheit konnten Kursgewinne steuerfrei vereinnahmt und die Rentenbezüge damit aufgefrischt werden. Infolge des Wegfalls der Spekulationsfrist ist der Fiskus seither mit einem Viertel an den Kursgewinnen beteiligt. Dies gilt jedenfalls bei Auszahlungen im Rentenalter, wenn die Aktien nach dem 1.1.2009 angeschafft wurden. Hinzu kommen noch Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Einbußen bei den Renditen sind erheblich. Werden Aktiendepots in der Ansparphase auch noch häufig umgeschichtet, so schmälert dies die Rendite wegen der einhergehenden Wertzuwachsbesteuerung zusätzlich. 

15.03.2011
© Steuerfachanwalt Disqué

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