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Euphorie gebremst - Dax im Minus

Frankfurt - Am Dienstag beendete der deutsche Aktienmarkt den Handel mit Abschlägen. Der enttäuschende Auftakt der US-Berichtssaison drückte die Stimmung.
Der Dax verlor 0,32 Prozent auf 6.230,83 Punkte. Der MDax büsste 0,57 Prozent auf 8.326,88 Punkte ein. Für den TecDax ging es dagegen mit plus 0,08 Prozent auf 840,33 Punkte leicht nach oben.
Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Markets sagte: "Die allgemeine Euphorie gerät nun zunehmend in Gefahr. Nun ist eine gute Bilanzsaison nötig, um die Vorschusslorbeeren zu bestätigen und den Konjunkturaufschwung auch in den Unternehmenszahlen zu belegen." Falls diese Bestätigung ausbleibe, drohe eine mehrwöchige Korrektur. Branchenkollege Robert Halver von der Baader Bank wertet die negativen Zahlen von Alcoa ebenfalls als Stimmungsdämpfer.
Aktien von K+S rutschten nach einer Prognosesenkung des Wettbewerbers CF Industries um 0,96 Prozent auf 42,310 Euro ab. Stahlwerte wie ThyssenKrupp und Salzgitter verbilligten sich nach den Alcoa-Zahlen ebenfalls.
Nach Veröffentlichung von Verkehrszahlen reagierten die Papiere der Lufthansa zunächst positiv. Die Fluggesellschaft sah im Monat März eine deutliche Erholung im Passagier- und Frachtgeschäft. Zum Handelsschluss rutschten sie aber mit dem allgemeinen Markttrend wieder um 0,58 Prozent auf 12,875 Euro ins Minus.
Von Händlern als stark bewertete Eckdaten von Scania beflügelten die Aktien von MAN und Daimler . MAN-Titel drehten nach den Aussagen des schwedischen Lkw-Herstellers ins Plus und gewannen an der Dax- Spitze 2,45 Prozent auf 66,37 Euro. Sie standen damit so hoch wie zuletzt Anfang September 2008, also vor der Lehman-Pleite. Daimler- Papiere legten um 1,67 Prozent auf 36,000 Euro zu. "Die Zahlen von Scania zeigen, dass die konjunkturelle Erholung an Breite gewinnt", kommentierte Andreas Lipkow, Händler bei MWB Fairtrade.

Euphorie gebremst - Dax im Minus

Zusätzlich sorgten erneute Integrationsgerüchte rund um MAN, Scania und Volkswagen (VW) für leicht optimistische Stimmung.
Weitere Dax-Gewinner kamen aus dem Gesundheits- und Pharmasektor. Bayer -Aktien verteuerten sich um 0,85 Prozent auf 50,34 Euro. Händler verwiesen auf vage Gerüchte am Markt, dass der Schweizer Pharmakonzern Novartis an einer feindlichen Übernahme des deutschen Wettbewerbers basteln könnte. Hugo Boss kletterten dank guter Zahlen von LVMH und positiven Analystenstimmen um 6,24 Prozent auf 29,900 Euro und damit an die MDax-Spitze. Das war der höchste Kurs seit Juni 2008.
Der EuroStoxx 50 verlor 0,47 Prozent auf 2988,26 Punkte. Der CAC 40-Index in Paris und der FTSE 100 in London schlossen ebenfalls schwächer. An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial Average (DJIA) zum europäischen Börsenschluss leicht im Minus.
Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,82 (Montag: 2,84) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,10 Prozent auf 124,80 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,26 Prozent auf 122,99 Punkte. Der Kurs des Euro notierte am Dienstag kaum verändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3583 (Montag: 1,3585) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7362 (0,7361) Euro.

13.04.2010

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