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Aktien und Immobilien sind die besten Helfer gegen Inflation

Die private Altersvorsorge ist ein Thema, das stets zur Unzeit kommt. Wer jung ist, träumt von einem neuen Auto und einer schönen Wohnung. Wer kleine Kinder hat, weiß bald, dass Nachwuchs die schönste Anlage ist, aber mächtig ins Geld geht. Wer Schulden tilgt, hat keine Mittel für Sparverträge. Und in den letzten Jahren vor dem Ruhestand ist die Verlockung, sich etwas zu gönnen, größer als der Wunsch, die Rente aufzubessern. Daher sind Sparverträge in der Regel harte Opfer und in vielen Fällen von kurzer Dauer. Sie laufen 15 bis 20 Jahre, wenn alles klappt, und die jährliche Verzinsung nach Steuern bewegt sich zwischen 3 und 4 Prozent, weil in vielen Haushalten die Bereitschaft zum Risiko fehlt.

Zu den Problemen, überhaupt mit dem Sparen anzufangen und das Geld rentabel zu investieren, gesellt sich die Schwierigkeit, dass viele Privatleute im Moment gar nicht recht wissen, wie sie ihre Sparraten anlegen sollen: Riester hier, Rürup da, obendrein Sparverträge aller Art, das ist ein bisschen viel auf einmal, so dass die Ratlosigkeit groß ist. Nun kommen auch noch die Abgeltungsteuer und die Inflation hinzu. Inflation ist ein altes Problem der Geldanlage, und auch Steuern auf Kapitalerträge sind grundsätzlich ein alter Hut. Das wird am Beispiel eines Banksparplans, einer Kapitalpolice, einer Immobilie und eines Investmentfonds deutlich.

Beton lässt sich nicht essen

Im Mittelpunkt steht ein fünfzig Jahre alter Mann, der 200.000 Euro im Jahr verdient. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie werden dem Mann, so wie die Dinge stehen, noch eine Zeitlang auf der Tasche liegen. Trotzdem will der Anleger die Altersvorsorge nicht aus dem Auge verlieren. Das heutige Vermögen besteht aus einem lastenfreien Eigenheim, das etwa 500.000 Euro wert ist, und diversen Rentenansprüchen, die 600.000 Euro wert sind. Das Haus bietet „mietfreies" Wohnen im Alter, und die Rentenstöcke stellen eine Grundversorgung von 3800 Euro im Monat in Aussicht. Dahinter verbergen sich die Annahmen, dass der Ruhestand etwa 20 Jahre dauert, das Geld mit jährlich 4 Prozent angelegt wird und die Inflation bei 2 Prozent liegt.

Die kleine Bilanz zeigt, dass dem Anleger im Alter freies Vermögen fehlen wird. Die Renten sind eine Grundversorgung, doch der Mann kommt an das Kapital nicht heran. Genauso ist das Haus eine feste Burg. Es ist ein Dach über dem Kopf, doch Beton lässt sich nicht essen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass der Anleger in der Zukunft, konkret geht es um 13 Jahre, noch 500.000 Euro in Form von Anleihen und Aktien auf die Seite legen möchte. Das wird bei dem hohen Einkommen kein Problem sein. Bei einem Zinssatz von 4 Prozent und einer Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent sind, um ein Gefühl für den Aufwand zu bekommen, insgesamt 156 Raten notwendig, die bei 2325 Euro beginnen und jedes Jahr um 2 Prozent steigen. Weniger Aufwand bedeutet höheres Risiko, und die richtige Mischung der Anlagen ist eine Frage der persönlichen Einstellung.

Direktanlage contra Rentenversicherung

Die erste Lösung kann der Sparplan einer Direktanlagebank sein. Sie bietet zurzeit für Sparzeiten von 10 bis 14 Jahren einen festen Zins von 4,4 Prozent an. Davon bleiben durch die jährliche Abgeltungsteuer noch 3,24 Prozent übrig. Bei diesem Nettozins sind monatliche Startraten von 2308 Euro und jährliche Steigerungen von 2 Prozent notwendig, um im Laufe von 13 Jahren das Sparziel von 500.000 Euro zu erreichen. In 13 Jahren werden die 500.000 Euro noch 387.000 Euro wert sein, wenn die jährliche Geldentwertung bei 2 Prozent liegt, und sollte die Inflation sogar auf 3 oder 4 Prozent steigen, schrumpft der Welt des Geldes auf 341.000 beziehungsweise 300.000 Euro.

Jammern und Schimpfen lösen die Probleme freilich nicht. Notwendig sind Arbeiten und Sparen - und die Analyse alternativer Anlagen. Die klassische Rentenversicherung bietet zurzeit jährliche Verzinsungen von 4,5 Prozent vor Steuern. Das bedeutet für den Anleger, monatlich Prämien auf den Tisch zu blättern, die sich zwischen 2215 und 2695 Euro bewegen. Das ist freilich nicht alles, weil die Erträge dieses Sparvertrages zur Hälfte der Individualbesteuerung unterliegen. Die Summe der Einzahlungen beträgt 374.000 Euro, und die Auszahlung liegt bei 500.000 Euro. Die Differenz sind Zinsen, und die müssen zur Hälfte versteuert werden. Die 63.000 Euro führen am Ende der Laufzeit zu einer Steuerzahlung von etwa 28.000 Euro. Sie drückt die Rendite der Police auf 3,63 Prozent, so dass der Abstand zum Banksparplan, der 3,24 Prozent bringt, nicht sehr hoch ist.

Lohn der Mühen: Lastenfreie Immobilien

Bei diesen Perspektiven bietet sich der Erwerb ertragreicher Wohnungen an, die heute 400.000 Euro kosten. Dafür sollte der Anleger monatliche Erträge von mindestens 1500 Euro erzielen. Sonst lohnt sich die Geschichte von Anfang an nicht. Außerdem sollten die Erträge jedes Jahr um 2 Prozent steigen, und in 15 Jahren sollte ein Erlös erzielt werden. Die Immobilie wird mit Hilfe einer Hypothek von 400.000 Euro bezahlt. Der Kredit kostet 6 Prozent im Jahr. Der Sollzins gilt für die gesamte Laufzeit, so dass insgesamt 156 Monatsraten von 3699 Euro notwendig sind, um die Schulden innerhalb von 13 Jahren zu tilgen.

Aktien und Immobilien sind die besten Helfer gegen Inflation

Die Einnahmen und Ausgaben des Geschäftes führen unter dem Strich zu einem Sparvertrag. Die Mieten sind in voller Höhe steuerpflichtig. Die Zinsen sind zu 100 Prozent als Werbungskosten absetzbar. Hinzu kommt die Abschreibung des Gebäudes. Der Saldo dieser Beträge unterliegt der persönlichen Besteuerung. Die Verrechnung der Mieten, Kreditraten und Steuern liefert einen Monatsplan, der bei 1800 Euro beginnt und bei 2400 Euro endet. Der Lohn der Bemühungen sind lastenfreie Immobilien im Wert von 500.000 Euro. Die Rendite des Sparvertrages beträgt 7,2 Prozent im Jahr, wenn die Prognosen über die Miet- und Wertsteigerungen stimmen. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt der hohen Verzinsung. Wenn die Steigerungen ausbleiben, sinkt die Rendite auf 3 Prozent, so dass in aller Deutlichkeit klar wird, worauf es bei vermieteten Immobilien ankommt: Lage, Ertrag und Preis.

An der Börse führt kein Weg vorbei

Bangen und Hoffen werden auch bei Aktien treue Weggefährten sein. Im Augenblick ist die Börse wieder einmal im Keller, so dass der Einstieg in Aktien für mutige Anleger interessant ist. Wenn die monatlichen Sparraten in Indexfonds gesteckt werden, können jährlich 8 Prozent erzielt werden. Davon werden nach Abzug der Abgeltungsteuer gute 6 Prozent übrigbleiben, so dass insgesamt 156 Raten von je 1885 Euro aufgebracht werden müssen, die jedes Jahr um 2 Prozent steigen. Auf diese Weise können sich auf dem Konto insgesamt 561.000 Euro ansammeln. Daraus werden jedoch nur 500.000 Euro, weil sich der Fiskus ein Viertel der Differenz zwischen Einzahlungen und Rückfluss abzwackt.

Das führt zu einer jährlichen Verzinsung von 6,3 Prozent nach Steuern. Damit liegt die Aktie im Vergleich zu den anderen Anlagen auf dem zweiten Platz, so dass Anleger die Sache drehen und wenden können, wie sie wollen. Selbst vor dem Hintergrund, dass die Dividenden und Kursgewinne der Abgeltungsteuer unterliegen, wird in den nächsten Jahren an der Börse kein Weg vorbeiführen: Aktien sind Beteiligungen am Produktivvermögen, Immobilien sind Anlagen in Sachwerte, Vorsorgesparpläne sind Geldwerte. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, und die Renditen sprechen eine klare Sprache.

Reißt ein Strick, bröselt die Rendite wie Gips

Die einzelnen Anlagen sind, das liegt in der Natur der Sache, nicht nur mit Chancen, sondern auch mit Risiken verbunden. Der Sparplan der Bank ist transparent, doch die Police der Versicherung ist undurchsichtig. Der Anleger weiß zwar, dass die Unternehmen die Prämien zum Großteil in Anleihen investieren, doch er hat keinen Einfluss darauf, wie viel ihm von den Erträgen gutgeschrieben wird. Die Kosten der Gesellschaften bleiben im Dunkeln, und jeder Anleger muss damit rechnen, dass ein Teil der Erträge verschwindet, um „stabile" Verzinsungen zu gewährleisten.

Bei der Immobilie setzt der Sparer auf drei Karten: Er hofft auf anständige und zahlungskräftige Mieter, er spekuliert auf Wertsteigerung, und er vertraut auf seine Arbeitskraft, weil hohe Steuervorteile entsprechende Einkünfte voraussetzen. Wenn ein Strick reißt, geht die Welt zwar nicht unter, doch die Rendite bröselt wie Gips. Das gilt auch für die Börse. Dividenden und Gewinne im Wert von 8 Prozent im Jahr setzen Mut zum Risiko voraus. Noch wichtiger ist freilich die Bereitschaft, mit dem Sparen überhaupt anzufangen. Sie ist das mit Abstand größte Risiko, und wer den Startschuss verschläft, wird später ins Ziel kommen. Im vorliegenden Fall würde das bedeuten, dass der Mann eben mit dem Eigenheim und der Rente zufrieden sein muss.

27. Juli 2008

Von Volker Looman

Der Autor ist Finanzanalytiker in Reutlingen.

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