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Dubai hält Finanzwelt in Atem

New York, London, Frankfurt - Schockwellen vom Golf. Große Sorgen um die Finanzkraft des arabischen Emirats Dubai ließen den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag in eine Schockstarre verfallen.
Der Dax sackte um 3,25 Prozent auf 5.614,17 Punkte ab und erlitt damit die heftigsten Kursverluste seit Wochen. Auch die anderen Indizes mussten kräftig Federn lassen: Der MDax fiel um 3,72 Prozent auf 7.061,77 Punkte und der TecDax verlor 2,90 Prozent auf 768,90 Zähler. Da die US-Börsen wegen des Feiertags "Thanksgiving" geschlossen blieb und auch keine Konjunkturdaten auf der Agenda standen, war der Handel aber ruhig.
"Die Nachrichten aus Dubai sind heute morgen wie aus heiterem Himmel gekommen", sagte Händler Norbert Empting von der Schnigge Wertpapierhandelsbank. "Sie haben uns die Finanzkrise wieder in Erinnerung gerufen, die wir schon zur Seite geschoben hatten." Entsprechend schlecht sei die Stimmung am verunsicherten Markt, der wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen sei. Empting warnte davor, die Tragweite dieser Nachrichten zu unterschätzen: "Dubai hat bisher als eine der ersten Adressen gegolten - jetzt kommen alle Unternehmen wie etwa Daimler und Porsche ins Gespräch, bei denen es Beteiligungen aus Nahost gibt."
Im Dax konnte kein einziger Wert zulegen. Die Anteilsscheine der Autobauer Porsche , Volkswagen (VW) und Daimler gaben deutlich nach. Porsche-Vorzugsaktien, bei denen zudem schwache Zahlen vom Vortag noch nachwirkten, büssten 5,05 Prozent auf 46,59 Euro ein. Bei dem Sportwagenhersteller war das Emirat Katar eingestiegen. Zudem wirkte noch die Bilanzvorlage vom Vortag negativ nach. Daimler-Aktien gaben um 4,55 Prozent auf 34,105 Euro nach. Für die Dax-notierten Stammaktien der Porsche-Mutter VW ging es um 6,23 Prozent auf 81,00 Euro nach unten.
Bei den Finanztitel brachen Deutsche Bank am Indexende um 6,38 Prozent auf 46,655 Euro ein und Commerzbank verbilligten sich um 3,86 Prozent auf 6,095 Euro. Im MDax sanken Aktien der Postbank um 2,71 Prozent auf 23,35 Euro, Aareal Bank um deutlichere 4,91 Prozent auf 13,35 Euro. Marktteilnehmer machten vor allem Dubai für die Verluste verantwortlich. Zudem dürfte der jüngste Bericht der Bundesbank über weiteren Wertberichtigungsbedarf bei herkömmlichen Buchkrediten noch nachwirken.
Anteilsscheine von Heidelberger Druck sackten um 5,61 Prozent auf 5,55 Euro ab. Der von der Wirtschaftskrise arg gebeutelte Druckmaschinen-Hersteller will seinen Stellenabbau möglichst rasch zu Ende bringen. Neben dem Abbau der Beschäftigtenzahl soll eine neue Konzernstruktur Erleichterung bringen. Papiere von K+S hielten sich lange vergleichsweise gut, mit Verlusten von 3,63 Prozent auf 41,72 Euro standen sie zum Schluss aber schwächer da als der Dax. Der Düngemittel- und Salzhersteller hat wie am Markt bereits erwartet eine Kapitalerhöhung im Volumen von 16 Prozent des bisherigen Grundkapitals beschlossen.

Dubai hält Finanzwelt in Atem

Der Umfang liegt einem Händler zufolge am unteren Rand der Analystenprognosen. Angesichts des Abschlags von 40 Prozent zum aktuellen Kurs dürfte die Kapitalerhöhung sehr gut laufen, sagte der Händler weiter.
Titel der Deutschen Telekom waren mit Verlusten von 1,16 Prozent auf 9,760 Euro noch drittbester Wert im Dax. Händler erklärten dies unter anderem mit vagen Gerüchten, wonach der börsennotierte US-Finanzinvestor Blackstone seinen Anteil an dem Telekomkonzern von derzeit etwa vier auf über zehn Prozent erhöhen könnte. Andere Börsianer aber verwiesen auf das ruhige Marktgeschehen, in dem derartige Spekulationen gern wieder aufgewärmt würden. Wieder andere waren der Meinung, dass die T-Aktie als defensiver Wert im sehr schwachen Marktumfeld gefragt sei.
Eine positive Studie beschränkte bei Adidas-Aktien die Verluste auf 0,80 Prozent - sie schlossen bei 37,39 Euro. Goldman Sachs hatte die Papiere des Sportartikelherstellers von "Neutral" auf die "Conviction Buy List" hochgestuft und das Kursziel von 38,50 auf 47,40 Euro angehoben. Als Grund nannte Analystin Lucy Baldwin die erwartete starke Erholung der Umsätze, unter anderem aufgrund der Fussball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr.
Ansonsten waren es vor allem Unternehmen aus dem SDax , die sich mit Zahlen in den Fokus drängten. Deutsche Wohnen verabschiedeten sich 7,40 Prozent tiefer bei 6,76 Euro aus dem Handel. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal habe enttäuscht, sagte ein Börsianer. Zudem habe die Immobiliengesellschaft nach Steuern unerwartet einen Verlust erwirtschaftet. Negativ sei auch, dass Deutsche Wohnen bislang nicht das Ziel wiederholt habe, 2009 einen positiven Nachsteuergewinn zu erreichen. Papiere des Agrar-Konzerns KWS Saat verbilligten sich um 5,99 Prozent auf 113,00 Euro. Die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal lägen unter den Erwartungen, sagte ein Börsianer.

26.11.2009

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