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Aktien

Diese Aktien steigen beim Sieg von Union und FDP

Vom Ausgang der Bundestagswahl im September 2009 hängen die Perspektiven vieler Branchen in der deutschen Wirtschaft ab. Steigende Kurse verspricht nach Ansicht von Börsianern vor allem eine christliberale Koalition. Aber auch ein Wahlsieg der SPD könnte demnach bestimmte Aktien positiv beeinflussen.
Anders als Wähler können Börsianer nicht nur alle vier Jahre, sondern minütlich, ja sekündlich abstimmen. Indem die Marktteilnehmer die Aktienkurse mit ihren Transaktionen nach oben oder unten bewegen, zeigen sie unmittelbar an, ob sie mit der Lage zufrieden oder unzufrieden sind.
Zuletzt war diese Einschätzung der Wirklichkeit verblüffend positiv. Am Freitag kletterte der Dax im Handelsverlauf bis auf 5302 Punkte. Das war der höchste Stand seit Oktober 2008. Dank besser als erwartet ausgefallener Unternehmensergebnisse - unter anderem hatten die Citigroup und Ford die Markterwartungen mit ihren Quartalszahlen übertroffen - und sich sukzessive verbessernder Konjunkturindikationen hat der Leitindex seit seinem Jahrestief vom 6. März um rund 43 Prozent zugelegt.
Ob dieser Höhenflug weitergeht, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie jene sich verhalten, die nur alle vier Jahre abstimmen dürfen: Am 27. September sind alle Bürger hierzulande dazu aufgerufen, den 17. Deutschen Bundestag zu wählen. Entgegen dem Spruch, dass politische Börsen kurze Beine haben, könnte der Urnengang diesmal weitreichende Auswirkungen auf die Märkte haben: "Diese Bundestagswahl wird Deutschland verändern", befindet Martin Lueck, Ökonom bei der Schweizer Großbank UBS. Auch UniCredit-Stratege Tammo Greetfeld glaubt, dass die bevorstehende Wahl von größerer Tragweite ist als vorangegangene: "Als Folge der Finanzkrise befindet sich das Land in einer Phase, in der die Rolle des Staates in der Wirtschaft neu justiert wird."
Für Aktienbesitzer dreht sich alles um die Frage, ob Union und FDP stark genug sein werden, um eine bürgerliche Regierung zu bilden. "Ein christliberaler Sieg dürfte vom Aktienmarkt besonders positiv aufgenommen werden", sagt Joachim Paech, Vorstand bei der Investmentbank Silvia Quandt & Cie. Der Dax könne in diesem Fall auf 6000 Zähler steigen.
Aktuell deuten die Umfragen der Meinungsforschungsinstitute auf eine knappe bürgerliche Mehrheit. Demnach wäre es dann am Abend des 27. Septembers Angela Merkel, die in der berüchtigten "Elefantenrunde" auftrumpfen darf. Mit der Kanzlerin würden sich dann vor allem die großen Stromkonzerne freuen. Denn die Union hat durchblicken lassen, dass sie die Restlaufzeit der Kernkraftwerke verlängern wird, und das würde für Betreiber wie E.on und RWE erhebliche Kostenersparnisse bedeuten. "Dieser Sektor wäre der größte Profiteur einer schlüssigeren deutschen Energiepolitik", sagt Lars Slomka, Analyst bei der Deutschen Bank in London.

Diese Aktien steigen beim Sieg von Union und FDP

 
Wie eine Untersuchung der UBS erbracht hat, werden die Branchen Automobile, Chemie, Maschinenbauer, Stahl sowie Banken und Versicherungen von einem konservativen Wahlsieg begünstigt. Auch Firmen im MDax und SDax wären Nutznießer einer christliberalen Koalition. "Je stärker die FDP mit ihrem unternehmensfreundlichen Steuerkonzept abschneidet, desto besser für den Mittelstand", erläutert Investmentbanker Paech.
Allerdings ist seit der Bundestagswahl 2005 bekannt, dass Demoskopen die wohl einzige Berufsgruppe sind, die mit ihren Prognosen noch krasser danebengreifen als Aktienstrategen. Vor vier Jahren deutete im gleichen Abstand zum Wahltag noch alles auf einen haushohen Sieg von CDU/CSU und FDP hin, am Ende lagen Union und Sozialdemokraten gleichauf. Auch diesmal haben die Anleger allen Grund der Welt, bis zum Wahltag vorsichtig zu sein und die Ergebnisse von Meinungsumfragen zu beargwöhnen. "Die Erfahrung lehrt, dass sich die Stimmenanteile in den letzten Wochen vor einer Bundestagswahl dramatisch verschieben können", sagt Greetfeld.
Unabhängige Politik-Analysten wie Erwin Grandinger (siehe Interview) halten eine große Koalition für den wahrscheinlichsten Ausgang. Je stärker dabei die Sozialdemokraten abschneiden, desto besser dürfte es für Pharma- und Einzelhandelswerte sein. Diese Aktien haben in der Vergangenheit am meisten von einer starken SPD profitiert. Auch Werte aus den Branchen Bau, Telekom und Medien gehören aus Sicht von UBS-Mann Lueck zu den potenziellen Profiteuren einer starken Sozialdemokratie.
Bliebe noch das Szenario, dass es am 27. September zu einem rot-rot-grünen Bündnis kommt. "Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar nicht besonders hoch", sagt Holger Schmieding von Bank of America Merrill Lynch, die möglichen Folgen für die Finanzmärkte und den Euro seien aber umso gravierender. Auch Greetfeld erachtet eine Linkskoalition als das Albtraumszenario für die Börsianer. Die Postkommunisten stünden für deutliche Steuererhöhungen und Verstaatlichungen. Würden sie an der Regierung beteiligt, könnten die Aktienkurse am Tag nach der Wahl leicht um zehn Prozent oder mehr einbrechen.

26. Juli 2009
Von Daniel Eckert
WELT ONLINE

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