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Aktien

"Eiszeit für Aktien"

Nach dem desaströsen Aktienjahr 2008 bleiben die Aussichten trübe. Etliche Börsenbeobachter sehen die Renditen auch in den kommenden Jahren auf niedrigem Niveau und die Kurse heftig schwanken. Kapitalerhalt gilt bereits als ehrgeiziges Ziel.

Der Grund: Das weltweite Wirtschaftswachstum wird langfristig nur noch drei bis vier Prozent betragen, so die Prognosen. "Wir erwarten deutlich geringere Renditen am Aktienmarkt und höhere Kursschwankungen", sagt Michael Schmidt, der das Aktienfondsmanagement von Union Investment leitet. Die Finanzkrise habe für einen Trendbruch im Wirtschaftswachstum gesorgt. "Die Wachstumsraten sind künftig niedriger, und es wird ein Auf und Ab in sehr kurzen Zyklen geben."

Ähnlich wie Schmidt schätzen auch andere Beobachter die Lage ein: "Wir sind am Beginn einer Eiszeit für Aktien, die drei bis fünf Jahre dauern kann", sagt Matthias Jasper, Leiter Aktien der WGZ Bank. Schmidt erwartet eher eine längere Stagnation der Wirtschaft und blickt bei seiner Einschätzung sogar bis ins Jahr 2020. Auch die Aktienstrategen der Deutschen Bank halten es durchaus für möglich, dass die Aktienmärkte fünf bis zehn Jahre auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren - wobei es ihrer Einschätzung nach noch einmal nach unten gehen dürfte. Überaus fraglich sei zudem, ob Aktien die Renditen von Staatsanleihen schlagen.

Schon in den vergangenen Wochen wurden vermehrt skeptische Stimmen laut, die an einer raschen Erholung von Wirtschaft und Aktien zweifeln. Zwischenzeitlich waren die Börsen rasant gestiegen und hatten Skeptiker verstummen lassen. Von Anfang März bis Anfang Juni gewannen die Indizes in den USA und Europa 30 bis 40 Prozent. Doch inzwischen wird deutlich: Die Gewinne kamen vor allem zustande, weil Anleger erleichtert darauf reagierten, dass ein Kollaps des Finanzsystems ausgeblieben ist - von echter Wirtschaftserholung ist noch wenig bis gar nichts zu sehen.

Im Nachhinein wird umso deutlicher, dass die jüngste Rally nicht von besseren Wirtschaftsdaten getragen wurde. Zudem beruhten die Indexgewinne auf dem starken Kursanstieg einiger weniger Aktien.

Noch schlimmer: Viele Marktbeobachter meinen inzwischen, dass die Wirtschaft auf Dauer wenig wächst. Prominenter Vertreter der These ist Mohamed El-Erian, Chef des US-Rentenfondsanbieters Pimco.



Pimco führt vor allem drei Gründe an, die die Wirtschaft auf Dauer schwächen werden: weniger Krediteinsatz, geringere internationale Handelsaktivitäten und mehr Regulierung. Außerdem könnte eine höhere Preissteigerungsrate sich negativ auf Aktien auswirken. In der Regel schneiden Aktien in Zeiten hoher Inflation schlecht ab.

"Für die Unternehmen bedeutet das hohe Planungsunsicherheit, für Aktien bleibt die Unsicherheit damit bestehen", erklärt Schmidt den Effekt für die Börsen. "Das macht es auch für die Anleger schwer." Für WGZ-Bank-Mann Jasper geht es in den kommenden Jahren mehr um den Kapitalerhalt.

Auch die erwarteten hohen Kursschwankungen dürften Investoren zu schaffen machen: "Die Volatilität von Aktien wird höher sein", sagt Andreas Utermann, Chefaktienstratege von Allianz Global Investors. "Die Szenarien für die Wirtschaft sind sehr unterschiedlich - sie reichen von Depression bis Wachstum. Immer wenn ein neues Szenario die Zustimmung der Anleger findet, dürfte es zu starken Kursausschlägen kommen."

Utermann glaubt allerdings, dass Anleger mit Aktien weiterhin erkleckliche Erträge erzielen: "Die Aktienmärkte können weiterhin hohe einstellige Renditen schaffen." Erst ab einer Inflation von fünf Prozent werden Anteilscheine seiner Ansicht nach leiden. Schmidt setzt zudem darauf, besser abzuschneiden als der Durchschnitt: "Für aktive Fondsmanager eröffnet diese Entwicklung auch Chancen."

von Elisabeth Atzler
Aus der FTD vom 25.06.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

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