abgeltungsteuer.de Das Portal zur Abgeltungsteuer
Aktien

Aktienanleger müssen leiden

Anleger können vor der deutschen Ministerialbürokratie wahrlich den Hut ziehen: Sie hat es geschafft, eines der aktionärsunfreundlichsten Gesetze der Welt zu schaffen. Die Rede ist von der Abgeltungsteuer, die schon am 1. Januar 2009 die Investmentlandschaft grundlegend umgestalten wird und Sparer zum Handeln zwingt.

Im Ausland haben es Sparer besser. Doch der Teufel liegt im Detail. Denn dieser einen Verbesserung stehen etliche Verschlechterungen gegenüber. Es fängt damit an, dass sich ab Anfang nächsten Jahres – durch den Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens – die Steuerlast auf Dividenden markant erhöht. Das ist keineswegs ein Randaspekt, denn langfristig werden 40 Prozent aller Aktienerträge mit Ausschüttungen erzielt. Manche Experten behaupten sogar, dass diese Quote in reifen Märkten wie dem europäischen auf bis zu zwei Dritteln klettern kann. Bisher unterliegt nur die Hälfte der Dividende dem Zugriff des Fiskus – und zwar nach dem persönlichen Steuersatz. Ab 2009 will der Staat einen Batzen von der kompletten Ausschüttung. Damit müssen vor allem Gutverdiener, die steuerlich am Ende der Progression liegen, künftig noch mehr von dem Geldregen abführen. Denn 25 Prozent (Abgeltungsteuersatz) vom ganzen Kuchen schlagen stärker zu Buche als 47 Prozent (Spitzensteuersatz) von der Hälfte.

Doppelte Besteuerung sollte vermieden werden

Das Halbeinkünfte-Prinzip war vor Jahren eingeführt worden, um eine doppelte Besteuerung beim Unternehmen und dann noch mal beim Anleger zu vermeiden. Der Gesetzgeber rechtfertigt die Abschaffung mit der gleichzeitigen Senkung der Körperschaftsteuer von 25 auf 15 Prozent. Diese Verbesserung lasse Firmen mehr Geld in der Kasse, um Dividenden zu zahlen, so die Argumentation. Experten des DAI bezweifeln dies jedoch: Bei den größten Aktiengesellschaften des Landes dürften sich die Gewinne ihren Berechnungen zufolge durch die Reform um lediglich drei bis fünf Prozent erhöhen. Und das sei viel zu wenig, um die merkliche Erhöhung der Steuerlast an der Quelle auszugleichen.

Schmerzhafter Wegfall der Steuerfreiheit

Noch schmerzhafter für Aktienanleger ist der Wegfall der Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen nach einjähriger Haltefrist. Bisher konnten Investoren Erträge aus Wertpapierverkäufen ohne Staatsabgabe vereinnahmen, wenn zwischen Kauf und Verkauf mindestens zwölf Monate lagen. Innerhalb der Frist griff ebenfalls das Halbeinkünfteverfahren. Ab dem 1. Januar 2009 unterliegen nun sämtliche Kursgewinne dem pauschalen Steuersatz von 25 Prozent. Im Übrigen merken Steuerexperten an, dass die runde Zahl irreführend ist, denn zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer beläuft sich der effektive Satz auf rund 28 Prozent.

Aktienanleger müssen leiden

 

Freibeträge stark reduziert

Ein zusätzlicher Steuerhammer ist die drastische Reduzierung der Freibeträge. Bislang können pro Person jährlich Dividenden in Höhe von 801 Euro und zusätzlich Kursgewinne auch innerhalb der Spekulationsfrist in Höhe von 512 Euro steuerfrei kassiert werden. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag. Ab Januar 2009 billigt der Gesetzgeber Anlegern nur noch einen einzigen Pauschal-Betrag von 801 Euro (1602 Euro für Ehepaare) für alle Kapitalanlagen zu. Besonders bitter: Der Sparer-Pauschbetrag gilt nicht nur für Einkünfte aus Aktien, sondern auch aus anderen Geldanlagen, zum Beispiel Tagesgeldkonten und Sparbriefen. Wer etwa für 40 000 Euro Festverzinsliche Anlagen besitzt, die eine Jahresrendite von vier Prozent abwerfen (also 1600 Euro im Jahr), hat seine Freigrenze also bereits ausgeschöpft. Bei sämtlichen darüber hinausgehenden Erträgen, egal ob Dividenden oder Kursgewinne, schlägt der Fiskus voll zu. Die Mehrbelastungen für die Aktionäre sind beträchtlich. Je nach persönlichem Steuersatz müssen sie ab 2009 um bis zu einem Fünftel mehr an den Fiskus abführen, errechnete das DAI.

Einziger Trost für Aktionäre: Dank einer großzügigen Übergangsregelung gilt für alle bis Ende 2008 erworbenen Dividendenpapiere die alte Spekulationsregelung. Wer mit dem Verkauf danach zwölf Monate wartet, kann Veräußerungsgewinne also bis in alle Ewigkeit steuerfrei einstreichen.

Von Daniel Eckert

Quelle: WELT ONLINE

 

 

Fragen zur Abgeltungsteuer?

Für all Ihre Fragen zur Abgeltungsteuer steht Ihnen eine kostenlose Telefon-Hotline zur Verfügung unter der Rufnummer: 01802/868686

 

1
Haben Sie Fragen?
Ihr persönlicher Expertenrat zur Abgeltungsteuer!

Schreiben Sie eine E-Mail.
Abgeltungsteuerrechner
 
 
Ledige
Verheiratete
 
Bayern + BaWü
Andere Bundesländer
Keine Kirchensteuer
 
Newsletter
Newsletter
Top Schlagworte
2012, Abgeltungssteuer Abgeltungssteuer, Einkommensteuer Erbschaften, Finanzdienstleister, Kapitalvermögen, Quellensteuer, Steuerabkommen, Stichtag,
Top Artikel
Den Fonds fürs Leben finden
Den Fonds fürs Leben finden
Aktienanleihen profitieren von der Abgeltungsteuer
Aktienanleger müssen leiden
Abgeltungsteuer - ganz einfach    Was ist die Abgeltungsteuer?    Entwicklung der Abgeltungsteuer    Abgeltungsteuer international                 Impressum