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Anleihen

Anleihemarkt macht Firmen Hoffnung

Nach Wochen der Flaute trauen sich die ersten Unternehmen und Banken wieder mit neuen Anleihen in nennenswerter Größe an den Kapitalmarkt. Am Mittwoch lieh sich die Deutsche Bahn erfolgreich 500 Mio. Euro über zehn Jahre bei Investoren.
Der französische Industriegasekonzern Air Liquide sammelte 300 Mio. Euro bei Investoren ein. Zudem nahmen Banken mit gedeckten Anleihen (Covered Bonds) mehrere Milliarden Euro auf. "Das ist ein positives Signal", sagte Stefan Kolek, Kreditstratege der Unicredit. Allerdings sei der Markt für Unternehmen schlechterer Kreditwürdigkeit oder aus Schwellenländern weiter dicht. Die Ausgabe neuer Anleihen deutet darauf hin, dass der Markt für Unternehmens- und Bankanleihen in den aktuellen Turbulenzen noch nicht völlig zusammengebrochen ist. In den vergangenen Wochen waren Sorgen aufgekommen, dass eine längere Eiszeit am Bondmarkt Firmen in Liquiditätsnot stürzt. Viele Unternehmen hatten in der Krise zunehmend den Anleihemarkt angezapft, um die strengere Kreditvergabe der Banken zu umgehen.
Der monatelange Boom am Markt für Unternehmensanleihen hatte mit der Verschärfung der Verschuldungskrise Europas Anfang Mai ein abruptes Ende gefunden. Das Volumen neuer Papiere war von 15 Mrd. Euro im April auf 2 Mrd. Euro im Mai gefallen. Letztmals hatte mit Celesio ein deutsches Unternehmen Ende April Papiere über 500 Mio. Euro platziert. Ebenfalls im April hatte es die letzte Emission im Volumen von mehr als 1 Mrd. Euro gegeben. Dabei könnten die Investoren durchaus investieren, schließlich hätten viele Unternehmen alte Anleihen zurückgezahlt, sagte Kolek. Allerdings haben die Firmen wegen der schwierigen Marktbedingungen im Gegenzug kein Geld durch den Verkauf neuer Anleihen aufgenommen. "Die Emission der Deutschen Bahn war da eine Erleichterung", sagte Kolek. Die Anleiheplatzierung werteten die Experten als Erfolg. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, soll das deutsche Staatsunternehmen den Investoren 60 Basispunkte mehr geboten haben als der entsprechende Swapsatz.

Anleihemarkt macht Firmen Hoffnung

"Der Risikoaufschlag kann als fair bewertet werden", sagte Tobias Mehring, Analyst bei der LBBW. Die Deutsche Bahn braucht wegen der Übernahme des britischen Bahnbetreibers Arriva frisches Geld.
"Ob sich der Markt tatsächlich wiederbelebt, hängt aber davon ab, ob auch andere Unternehmen mit schlechterer Bonität und ohne staatlichen Eigentümer in den kommenden Wochen erfolgreich neue Anleihen platzieren können", sagte Mehring. Er bleibt vorsichtig: "Auf dem Markt für bereits gehandelte Anleihen hatte die Emission der Deutschen Bahn noch keinen großen Einfluss, was zeigt, dass die Anleger weiterhin riskantere Anlagen scheuen."
Immerhin signalisieren die Emissionen von Bankanleihen, die mit Immobilienkrediten besichert sind, dass wieder Nachfrage da ist. "Davon dürfen aber nur Institute aus Deutschland, Frankreich und Skandinavien profitieren", sagte Leef Dierks, Analyst bei Barclays Capital. Das französische Institut Crédit Mutuel etwa wollte ursprünglich nur 500 Mio. Euro aufnehmen - am Ende waren es am Mittwoch sogar 1 Mrd. Euro. Im Mai hatte es nur eine Emission mit 1 Mrd. Euro Mindestsumme gegeben.

Von André Kühnlenz - Frankfurt
03.06.2010
© 2010 Financial Times Deutschland

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