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Anleihen

Anleihen - Vom Druck des Gelddruckens

Zwischen den staatlichen Finanzierungsdefiziten und den Ersparnissen der privaten Haushalte klaffen in vielen Ländern erhebliche Lücken. Die Notenpresser werden wohl bald wieder Überstunden fahren müssen.
Ums Gold ist es in jüngster Zeit etwas ruhiger geworden. Allerdings steigt das Edelmetall im Verhältnis zum Euro unaufhörlich. Grausiger ist nur noch der Anblick des gaaanz langfristigen Verhältnisses von Aktien zu Gold. Unschön aber auch die Kapriolen auf dem Markt für griechische Staatsanleihen. Immerhin lenken sie vom Ungemach in etlichen anderen, deutlich größeren Ländern ab. Die Frage ist: Wie lang noch?
Liegt's allein an Griechenland? Denn jetzt, da die Fed den Aufkauf von Wertpapieren in Höhe von fast 2000 Mrd. $ beendet hat, könnte die Staatsfinanzierungsproblematik wieder schnell in den Vordergrund rücken. Um ein Gefühl für die Dimension zu erlangen, hier die Vorhersagen der OECD: Für die USA erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2010 eine staatliche Finanzierungslücke von 1576 Mrd. $. Die Nettoersparnis (brutto abzüglich Abschreibungen) der privaten Haushalte wird jedoch bloß auf 450 Mrd. $ geschätzt. In Großbritannien wird ein Staatsdefizit von 191 Mrd. Pfund befürchtet, bei Bruttoersparnissen der Verbraucher von 57 Mrd. Pfund. Japan soll eine Budgetlücke von 39.207 Mrd. Yen fabrizieren, bei privaten Nettoersparnissen von 7306 Mrd. Yen. Für den nördlichen Nachbarn der USA wähnt die OECD ein Staatsdefizit von 83 Mrd. kanadischen Dollar, bei einer Nettoersparnis der privaten Haushalte von 33 Mrd. Dollar.

Anleihen - Vom Druck des Gelddruckens

In Frankreich stehen dem Staatsdefizit von 169 Mrd. Euro private Nettoersparnisse von 176 Mrd. Euro gegenüber, in Italien liegt das Verhältnis bei 85 zu 110 Mrd. Euro, in Deutschland bei 129 zu 199 Mrd. Euro. Kurzum: In der G7-Gruppe als Ganzes fehlt es hinten und vorn, um die staatlichen Finanzierungslücken auf "herkömmliche" Art und Weise zu schließen. Auffällig ist indes, dass dies den drei G7-Mitgliedern aus dem Euro-Raum noch am ehesten gelingt. Natürlich hoffen alle, dass die Staatsfinanzierung dennoch weiter reibungslos funktioniert - irgendwie. Doch nur mal zum Vergleich: Der vermeintliche Kapitalgeber China hatte über die vergangenen zwölf Monate einen Warenhandelsüberschuss von 176 Mrd. $. Die US-Geschäftsbanken halten derzeit (Quasi-)Staatsanleihen von 1455 Mrd. $ im Bestand. Die nichtfinanziellen Firmen im Euro-Raum hatten zuletzt eine Finanzierungsdefizit von 234 Mrd. Euro. Kurz: Die Zentralbanken werden nachschießen müssen - bald.

06.04.2010
© 2010 Financial Times Deutschland

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