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Aufseher wollen Derivate-Spekulanten ausspähen

Viele der Kontrakte werden im Dunkeln gehandelt. Derzeit sorgt das vor allem bei Wetten auf eine Pleite Griechenlands für Ärger. Die Fed und andere Regulierer bereiten Regeln vor, die ihnen Zugriff auf Daten und Namen der Akteure sichern.
Akteure am außerbörslichen Derivatemarkt müssen sich auf strikte Offenlegungspflichten einstellen. Eine Gruppe von 40 Regulierern wird in den kommenden Wochen neue Regeln veröffentlichen, die unter anderem sicherstellen sollen, dass Handelsinformationen - einschließlich der Identität von Investoren - leicht an Finanzmarktaufseher weltweit fließen.
Zu der Gruppe gehören die US-Notenbank Fed, die amerikanische Börsenaufsicht SEC, die britische Finanzaufsicht FSA sowie kontinentaleuropäische Bankenregulierer. Die Vorgaben sollen für Kredit-, Zins- und Aktienderivate gelten, die außerhalb von Börsen gehandelt werden.
Auf beiden Seiten des Atlantiks wird derzeit an Regeln für den insgesamt 605.000 Mrd. $ großen außerbörslichen Derivatemarkt gearbeitet. Ziel ist es, den Handel mit den Kontrakten transparenter und sicherer zu machen. Aufgeschreckt waren Politiker und Regulierer, nachdem der US-Versicherer AIG  2008 durch riskante Wetten auf Kreditderivate (Credit Default Swaps, CDS) an den Rand des Zusammenbruchs geriet.
CDS sind im Zuge der Griechenland-Krise wieder stärker in den Blickpunkt gerückt. Die Kontrakte sind eine Art Versicherung für Anleihen, die aber auch gezielt für Spekulationen auf die Bonität von Staaten oder Unternehmen genutzt werden.

Aufseher wollen Derivate-Spekulanten ausspähen

Europäische Politiker kritisieren, Spekulanten wetteten mit CDS auf eine Pleite Griechenlands und trügen eine Mitschuld an den Problemen des Landes. Das führte zu einem Streit um die Offenlegung von Handelsinformationen. Das Datenregister der Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) weigerte sich zunächst, die Namen der Marktakteure zu nennen. Nachdem in der EU Forderungen nach einem eigenen Register aufkamen, schwenkte die DTCC um. Sie will Aufsichtsbehörden künftig die Namen aller Käufer und Verkäufer von CDS offen legen.
Damit stehen den Aufsehern neue Möglichkeiten offen. "Wenn jemand wie die SEC Insiderhandel untersuchen will, können sie sich an eine einzige Quelle wenden und Informationen zu Kreditderivaten auf ein bestimmtes US-Unternehmen bekommen", sagte eine Person, die an den Beratungen der Regulierer beteiligt ist. "Wenn die griechischen Behörden prüfen wollen, wer mit griechischen (CDS) handelt, sollten sie das auch leicht tun können."

Von Aline van Duyn
The Financial Times, 24.03.2010
© 2010 The Financial Times

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