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Anleihen

Griechenland-Hilfe kann für Deutschland teuer werden

Aus Sorge vor einem rasanten Anstieg der Kreditkosten fordert Athen von den EU-Partnern einen konkreten Rettungsplan zur Abwehr einer Staatspleite. Die Euro-Länder gehorchen: Das Konzept nimmt Gestalt an. Die Bundesrepublik wird wohl Milliarden beisteuern.
Die Unterstützung der Euro-Länder für das schuldengeplagte Griechenland konkretisiert sich. Nach FTD-Informationen könnten sich die Hilfen in Form von Garantien und Krediten auf 20 bis 25 Mrd. Euro belaufen. Deutschlands Anteil an den Griechenland-Hilfen könnte demnach etwa 20 Prozent (4 bis 5 Mrd. Euro) betragen. Er errechnet sich nach der Quote, die jedes Land am Kapital der Europäischen Zentralbank hält. Damit wurde auch ein entsprechender Bericht des "Spiegel" bestätigt.
Erstmals seit Ausbruch der Griechenland-Krise wird der Umfang der möglichen Hilfen beziffert. Bislang hatte es von den Euro-Ländern lediglich die Zusage gegeben, Athen notfalls beizustehen. Die Angst vor der Zahlungsunfähigkeit des Landes verunsichert seit Wochen die Kapitalmärkte und belastet den Euro.
Ende März wird es ernst
Griechenland muss im April und Mai jeweils rund 12 Mrd. Euro über die Ausgabe neuer Staatsanleihen hereinholen; bis Jahresende werden 50 Mrd. Euro an Verbindlichkeiten fällig. Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte dem Sender BBC, bis Mitte März sei der Kreditbedarf gedeckt. Abgewickelt werden könnte die Hilfe Deutschlands nach FTD-Informationen über die Staatsbank KfW. Im Gespräch ist aber auch der Bankenrettungsfonds Soffin. Sie könnten Käufern griechischer Staatsanleihen Ausfallgarantien geben und den Kauf der Papiere damit attraktiver machen. Der mit insgesamt 480 Mrd. Euro ausgestattete Soffin hat noch weit mehr als 200 Mrd. Euro nicht genutzt. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sprach von "unzutreffenden Spekulationen". Weder über das Ob noch über Art und Umfang möglicher deutscher Hilfen für Griechenland sei entschieden. Wie groß die Furcht vor einer Staatspleite Griechenlands ist, zeigt aber ein interner Vermerk der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Behörde fürchtet nach FTD-Informationen, dass Griechenland Auslöser einer größeren Krise sein könnte, die auch deutsche Banken treffen könnte.
"Das Hauptrisiko für den deutschen Finanzsektor besteht in kollektiven Schwierigkeiten der "Piigs"-Staaten", heißt es in dem Vermerk, der auch dem "Spiegel" vorliegt. Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien bilden den Kreis der "Piigs"-Staaten, deren Staatsfinanzen zerrüttet sind und die als ausfallgefährdet gelten. Die deutschen Banken sind demnach Hauptgläubiger in Spanien und Irland sowie zweitwichtigster Gläubiger Italiens. In Griechenland stehen die deutschen Finanzinstitute an dritter Stelle.

Griechenland-Hilfe kann für Deutschland teuer werden

Allein die Deutsche Pfandbriefbank, eine Tochter der Hypo Real Estate, hat einen einstelligen Milliardenbetrag in griechische Staatsanleihen investiert. Die Deutsche Bank  ist Finanzkreisen zufolge stark in portugiesischen Wertpapieren investiert. Portugals Banken sind fest in spanischer Hand. Sollte Spanien ebenfalls in Finanznot geraten, drohen der Deutschen Bank hohe Abschreibungen. Notfalls soll der IWF ran
Die griechische Regierung hatte die Europäische Union aufgefordert, ihre Unterstützung für das hoch verschuldete Land zu konkretisieren. Dies würde helfen, die hohen Kreditkosten Griechenlands innerhalb kurzer Zeit zu senken, und so eine Rettungsaktion überflüssig machen, hatte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou gesagt. Die Märkte warteten auf genauere Angaben zu möglichen Maßnahmen.
Eine Reduzierung der Kreditkosten würde es zudem leichter machen, die mit der EU vereinbarte Senkung des Haushaltsdefizits um vier Prozentpunkte im laufenden Jahr zu erreichen, sagte der Minister. Um Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bemühe sich Griechenland derzeit zwar nicht aktiv, ausschließen könne er einen solchen Schritt jedoch für die Zukunft nicht.
Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder hatten vor knapp zwei Wochen bei einem Sondergipfel zwar erstmals in der Geschichte der Währungsunion eine grundsätzliche Beistandserklärung abgegeben. Ein konkretes Rettungsszenario, um Griechenland vor der Zahlungsunfähigkeit und die gesamte Euro-Zone vor einem Schock zu bewahren, präsentierten sie jedoch nicht.
Griechenland muss in diesem Jahr rund 53 Mrd. Euro refinanzieren, mehr als 20 Mrd. Euro davon im April und Mai. Die Investoren verlangen derzeit kräftige Risikoaufschläge für griechische Anleihen. Die Sorgen über die Zahlungsfähigkeit Griechenlands haben auch das Vertrauen in den Euro erschüttert.

Von Timo Pache, Tim Bartz  und Sarah Speicher-Utsch
aus der FTD vom 22.02.2010
© 2010 Financial Times Deutschland

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