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Anleihen

Achtung, Blase

Wer wissen will, ob an den Finanzmärkten eine neue Blase heranwächst, sollte nicht die Banken fragen. Geht es nach ihnen, könnten Notenbanken und Regierungen noch eine ganze Weile im Krisenmodus bleiben.
Ein Großteil der satten Gewinne, den viele Institute dank extrem niedriger Notenbankzinsen und staatlicher Hilfen für die Wirtschaft inzwischen wieder verbuchen, stammt aus dem Eigenhandel und dem Emissionsgeschäft mit Staats- und Unternehmensanleihen. Daher kann es nicht überraschen, wenn in den Ausblicken der Banken für 2010 nichts von einer gefährlichen Blasenbildung zu lesen ist.
Ernster zu nehmen ist da schon die Warnung von Allianz -Chef Michael Diekmann , wonach die Politik des extrem billigen Geldes derzeit eine neue Finanzblase heranzüchtet. Zum einen hat der Versicherungsmanager einen guten Einblick in die Finanzmärkte. Zum anderen verfügt Diekmann inzwischen über die nötige Distanz für einen ehrlichen Blick auf die Banken, nachdem er vergangenes Jahr die Konzerntochter Dresdner Bank verkauft hat. Für eine erhöhte Blasengefahr an den Finanzmärkten sprechen vor allem aber auch harte Daten an den Aktien- und Anleihemärkten. Insbesondere am Kreditmarkt lässt sich gut ablesen, dass einige Marktteilnehmer mit dem billigen Geld zocken, als hätte es die Finanzkrise nicht gegeben.
Noch vor einem Jahr war etwa der Markt für Unternehmensanleihen fast tot. Nach dem Vertrauensschock durch die Lehman-Pleite im Herbst 2008 wurden Unternehmen ihre Bonds nicht mehr los oder mussten gewaltige Risikoaufschläge in Kauf nehmen. Heute haben sich die Anleihemärkte nicht nur erholt. Bei der Emission hochspekulativer Ramschanleihen wird inzwischen sogar ein Rekordvolumen verzeichnet, mehr noch als in den Partyjahren vor der Finanzkrise. Vergangene Woche erreichte das diesjährige Emissionsvolumen bei Junk-Bonds die Marke von 150 Mrd. $.

Achtung, Blase


Hinter dem Boom bei ausfallgefährdeten Anleihen steckt mehr als nur die Rückkehr zu einer normalen Risikobereitschaft. Dass sich Investoren um solche Papiere reißen, ist auch Ausdruck von Herdenverhalten und ein Zeichen dafür, dass die Renditegier längst wieder da ist.
Ähnlich verhält es sich mit Blasengefahren auf den Rohstoffmärkten, vor denen ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz warnt. Selbst wenn etwa der Ölpreis verglichen mit der Preisrally im Sommer 2008 derzeit auf einem moderaten Niveau liegt - die Probleme, die die damalige spekulationsgetriebene Preisexplosion aufgedeckt hat, sind größtenteils noch ungelöst. Um einer Spekulationsblase bei Rohstoffen entgegenzuwirken, ist neben dem Ausstieg aus der Nullzinspolitik mehr Transparenz an den Derivatemärkten erforderlich. Dazu gehören Offenlegungspflichten ebenso wie Positionslimits für einzelne Investoren.
Als Lehre aus der letzten Blase hat sich die Politik bislang vor allem auf die Boni gestürzt. Das mag populär sein. Zu kurz gegriffen ist es dennoch.

Aus der FTD vom 21.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

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