Bundesanleihen und Jumbo-Pfandbriefe
Bundesanleihen und Jumbo-Pfandbriefe sind eine sichere Alternative zu den Zinsangeboten der Banken. Sie bieten sich vor allem für Anleger an, die nicht im Internet auf Zinsschnäppchenjagd gehen, sondern ihre Bankgeschäfte bei ihrer Hausbank führen wollen. Ein weiterer Vorteil dieser Wertpapiere ist, dass Anleger sie jederzeit verkaufen können. Das ist bei Zinsanlagen ohne vorzeitige Verfügbarkeit nicht möglich. Auch andere Anleihen, zum Beispiel kleinere Pfandbriefe und Inhaberschuldverschreibungen von Banken oder Unternehmen, sind während der Laufzeit häufig nicht verkäuflich.
Bundeswertpapiere In der Tabelle sind alle umlaufenden börsennotierten Bundeswertpapiere (Bundesanleihen, -obligationen und -schatzanweisungen) abgebildet, die eine Restlaufzeit von mindestens 1,5 Jahren haben. Kürzere Laufzeiten führen wir nicht auf, da die Renditen durch die Kaufkosten überproportional geschmälert würden. Bei den inflationsindexierten Bundeswertpapieren steigen die Zinszahlung und die Rückzahlung um die Inflationsrate. Anleger sind somit vor Geldentwertung geschützt.
Jumbo-Pfandbriefe Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die durch Hypotheken oder durch Forderungen gegen die öffentliche Hand abgesichert sind. „Jumbo" steht für große Pfandbrief-Emissionen. Charakteristisch für sie ist ihre hohe Liquidität. In der Regel sind sie jederzeit handelbar. Bei der Auswahl der aufgeführten Pfandbriefe halten wir uns an den eb.rexx Jumbo-Pfandbriefe-Index der Deutschen Börse. Dieser enthält die maximal 25 liquidesten deutschen Pfandbriefe mit einer Restlaufzeit von mindestens 1,5 und höchstens 10,5 Jahren und einem ausstehenden Mindestvolumen von 1,5 Milliarden Euro. Achten Sie beim Kauf auf eine möglichst gute Bonität (mindestens Aa3 oder AA-).
Kaufkosten Bundesanleihen und Pfandbriefe können über die Bank an der Börse bezogen werden. Dafür berechnen die Banken bis zu 0,5 Prozent vom Kurswert. Die jeweils zuletzt an der Börse eingeführte Bundesobligation kann man gebührenfrei bei der Deutschen Finanzagentur (0800/2225510, deutsche-finanzagentur.de) kaufen. Alle Bundeswertpapiere, auch die an der Börse gekauften, können kostenlos bei der Deutschen Finanzagentur gelagert werden. Pfandbriefe lagern in der Regel im Bankdepot. |

Sicherheit Anleihen unterliegen Kursschwankungen. Wer vor der Fälligkeit verkaufen will oder muss, ist vor Verlusten nicht sicher. Nur Anleger, die eine Anleihe bis zum Ende der Laufzeit halten, haben Rückzahlungsbetrag und Zinsen sicher.
Alternativen Anleger können statt Bundeswertpapieren und Pfandbriefen auch andere Anleihen kaufen. Ebenfalls sicher sind Anleihen erstklassiger Schuldner wie die der Weltbank, der Europäischen Investitionsbank oder Staatsanleihen großer Industrienationen. Als Alternative infrage kommen auch Bank- und Unternehmensanleihen. Wichtig ist, dass die Papiere bei vergleichbarer Restlaufzeit mehr Rendite bieten als die von uns dargestellten Bundeswertpapiere und Pfandbriefe. Anleger sollten unbedingt auf eine gute Bonität des Herausgebers der Anleihe achten.
Steuern Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer auf Zinsen und Kursgewinne. Von allen Erträgen führt die Bank 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer direkt an das Finanzamt ab. Die Kursgewinne für Anleihen, die Anleger vor dem 1. Januar 2009 gekauft haben, bleiben nach einer einjährigen Haltedauer steuerfrei. Anleger können bei ihrer Bank einen Freistellungsauftrag bis zu einer Höhe von 801 Euro (Ehepaare 1602 Euro) stellen. Erträge bis zu dieser Grenze können sie steuerfrei kassieren.
24.06.2009 Finanztest
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