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Anleihen

Inflationsanleihen schützen vor Preisschub

Wie geht es weiter mit der Konjunktur? Diese Frage treibt nicht nur Wirtschaftsforscher und Manager sondern auch Sparer um. Ein sehr wahrscheinliches Szenario: Die Inflationsrate steigt. Doch dagegen lassen sich Depots absichern - dank der Hilfe des Bundes.

Steigen die Lebenshaltungskosten nach Auslaufen der Wirtschaftskrise wieder, werden auch die Zinssätze anziehen. Dies hat dann fallende Anleihekurse zur Folge. Inflation ist daher Gift für die Rentenmärkte. Anleger entziehen sich diesem Risiko, indem sie ihre Gelder beispielsweise in kurzfristigen Anlageformen parken oder Floater mit variabler Zinsanpassung ins Depot nehmen. Hierdurch partizipieren sie von den steigenden Zinssätzen durch kontinuierlich angenäherte Kupons. Das vermeidet dann größere Kurseinbußen.
 
Ein hierzulande bislang wenig bekanntes Produkt gegen steigende Preise sind inflationsindexierte Anleihen, auch Linker genannt. Alle großen Industrienationen setzen auf solche Rentenpapiere mit Inflationsschutz. Die Bundesrepublik hat zwei Titel im Angebot, eine inflationsgeschützte Bundesobligation mit Laufzeit bis April 2013 und eine entsprechende Bundesanleihe mit Fälligkeit im April 2016. Beide Papiere werden an der Börse gehandelt.

Bei indexierten Anleihen wird der Nennwert nach einer vorher festgelegten Zeitspanne um die aktuelle Inflationsrate fortgeschrieben, erhöht sich also. Der Turnus der Anpassung ist entweder halbjährlich oder permanent. Dieses Verfahren sorgt dafür, dass der Kaufkraftverlust eines Investments fortlaufend wieder aufgefangen wird. Der Basiszins der Bundesobligation von 2,25 Prozent wird mit der Inflationsrate multipliziert, steigt also bei steigender Inflation entsprechend an. Bei Fälligkeit gibt es den Nennwert zurück, der wiederum mit dem Inflationssatz bis zum Laufzeitende malgenommen wird. Beides ergibt permanent steigende Zinssätze bei anziehender Inflation und einen höheren Rückgabewert bei Fälligkeit oder dem vorzeitigen Verkauf.

Inflationsanleihen schützen vor Preisschub

 

Der aufgelaufene Anleihegewinn ist unabhängig von der Haltedauer als Kapitaleinnahme zu versteuern und unterliegt der Abgeltungsteuer, sodass das errechnete Kursplus mit dem Finanzamt geteilt werden muss. Bei herkömmlichen Rentenpapieren ist ein Verkauf nach einem Jahr allerdings auch nicht mehr steuerfrei, wenn die Titel nach 2008 geordert werden. Allerdings wird der Kursgewinn jetzt nur noch moderat zu 25 Prozent Abgeltungsteuer erfasst und die Kapitaleinnahmen belasten nicht mehr die Progression für das übrige Einkommen des Sparers. Auch die laufend ansteigenden Zinsauszahlungen werden entsprechend günstiger besteuert. Die Erträge aus inflationsindexierte Anleihen mussten bis 2008 hingegen noch mit der individuellen Progression versteuert werden, was bis zu 45 Prozent Abgabenlast ausmachen konnte.

von Robert Kracht
Aus der FTD vom 29.05.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

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