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Anleihen

Unternehmensanleihen - Hohe Zinsen belohnen die Angst

Kommt die große Pleitewelle? Die Akteure am Markt für Firmenbonds haben zumindest eine Heidenangst davor – die Kurse stürzen in den Keller. Die Kehrseite der Medaille: Die Renditen klettern in ungeahnte Höhen. Eine Chance für Mutige.


Kurz vor Weihnachten wartete Standard & Poor's mit schlechten Nachrichten auf: Jedes fünfte Unternehmen mit schwacher Bonität, so die Ratingagentur, drohe in der Rezession pleite zu gehen - insgesamt könnten damit Unternehmensanleihen im Wert von 50 Mrd. Euro platzen. Die Käufer von Unternehmensanleihen sind Kummer gewohnt: 2008 fraßen Kursverluste ihre Zinszahlungen auf. Dabei erwischte es sogar Papiere von Unternehmen mit guter Bonität. "Bei diesen Anleihen lag der Verlust 2008 im Durchschnitt bei rund vier Prozent", sagt Jörn Felgendreher, Manager des Unternehmensanleihefonds DWS Invest Corporate Spread Dynamic. Weil die Kurse im Schnitt um rund zehn Prozent sanken, konnten auch Zinskupons von sechs Prozent das nicht mehr ausgleichen.


Gute Seite der Anleihe-Baisse


  Die hohen Kursverluste reflektieren die Angst der Anleger vor einer großen Pleitewelle. "In den ersten drei Quartalen haben vor allem Anleihen aus dem Finanzsektor gelitten", sagt Felgendreher. "Nachdem sich die Krise verstärkt auf die Realwirtschaft ausgedehnt hat, gaben im vierten Quartal auch die Industrieanleihen stark nach." Die Anleihe-Baisse hat aber auch eine gute Seite: "Solide, bilanzstarke Industrieunternehmen mit Ratings von A bis AA sind derzeit attraktiv bewertet", sagt Felgendreher. Die Renditen liegen laut Schroders bei durchschnittlich acht Prozent. So viel Gewinn ergibt sich pro Jahr im Schnitt über die Laufzeit dieser Corporate Bonds aus den versprochenen Zinszahlungen und dem aktuellen Preisabschlag zum Nennwert.

  Die Spreads sind zurzeit sogar höher als in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie beschreiben den durchschnittlichen Abstand der Rendite zum risikolosen Geldmarktzins. Wer derzeit Anleihen platziert, muss Anleger mit Zinsen von acht bis neun Prozent entschädigen. "Eine Normalisierung der Spreads würde bedeuten, dass Unternehmensanleihen im Vergleich zu vielen anderen Anlageklassen sehr attraktive Erträge produzieren", sagt Owen Murfin, Bond-Fondsmanager bei Blackrock. Und vieles deutet darauf hin, dass sich die Lage bald normalisieren könnte. "Anleger erwarten implizit, dass 60 bis 70 Prozent der Emittenten von Hochzinsanleihen über die kommenden drei Jahre ausfallen werden", sagt Robert Drijkoningen, Head of Multi-Asset-Group bei ING Investment Management. "

Unternehmensanleihen - Hohe Zinsen belohnen die Angst

 

Die derzeitige Ausfallrate liegt aber in den USA bei gerade einmal drei Prozent, in Europa noch niedriger. Selbst in der Depression der 1930er-Jahre stieg die Ausfallrate nur auf 30 Prozent. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir 2009 eine doppelt so hohe Rate haben werden wie nach 1930."

  Auch Christian Heger, Chefstratege von HSBC Global Asset Management in Deutschland, sieht den Markt positiv: "Aktien sind recht günstig bewertet. Allerdings bieten viele Unternehmensanleihen ein noch besseres Chance-Risiko-Verhältnis." Wer jetzt in Corporate Bonds investieren will, sollte genau hinschauen, wem er sein Geld anvertraut, und sein Investment zudem breit streuen. Deshalb ist der Einstieg in entsprechende Bond-Fonds ratsam, bei denen Manager schnell gegensteuern können, sobald etwa ein Investment-Grade-Bond ins High-Yield-Segment, das heißt in den Bereich von Papieren mit schlechter Kreditqualität, abrutscht. Für DWS-Fondsmanager Jörn Felgendreher ist der Einstieg in Corporate-Bond-Fonds auch historisch gesehen sinnvoll: Denn nach den großen Krisen des vergangenen Jahrhunderts erholten sich stets die Unternehmensanleihen vor den Aktien. Felgendreher vermutet: "2009 werden Unternehmensanleihen signifikant besser laufen als Aktien." Interessanterweise hält der Manager ausgerechnet Bankanleihen für günstig bewertet - allerdings nur die ganz bestimmter "too big to fail banks"- also Institute, von denen man relativ sicher sein kann, dass sie bei einer drohenden Pleite vom Staat gestützt würden.
 
von André Schmidt-Carré und David Selbach
Aus der FTD vom 05.01.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

 

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